Schweres Pipeline-Leck in Brandenburg: Keine Gefährdung der Versorgungssicherheit
Ein kürzliches Pipeline-Leck in der Uckermark, verursacht durch vorbereitende Sicherheitstests, hat den Austritt von Hunderttausenden Litern Rohöl zur Folge gehabt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass die Treibstoff- und Heizölversorgung der Region Berlin-Brandenburg nicht beeinträchtigt wird. Laut Woidke habe das Ereignis keine Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit.
Brandenburgs Umweltministerin Hanka Mittelstädt schätzte das ausgelaufene Volumen auf 250.000 bis 350.000 Liter. Die über 200 Kilometer lange Pipeline erstreckt sich vom Hafen Rostock bis nach Schwedt und stellt eine fundamentale Lebensader für die Raffinerie PCK dar. Die PCK-Raffinerie gab bekannt, dass das Unglück durch vorbereitende Arbeiten für einen Sicherheitstest verursacht wurde und dass keine Fremdeinwirkung vorliegt. Das Leck wurde erst nach einigen Stunden abgedichtet.
Es sollen Umweltproben entnommen werden, um die möglichen Folgen für Grundwasser, Oberflächengewässer und Boden abzuschätzen. Gegenwärtig ist die Pipeline stillgelegt, doch die PCK-Raffinerie verfügt über volle Ölreserven zur weiteren Versorgung. Woidke dankte den Einsatzkräften, die durch ihren engagierten Einsatz die Umweltfolgen minimieren konnten.
Zwei Mitarbeiter erlitten einen Ölkontakt durch das Unglück, jedoch wurden keine gesundheitlichen Schäden festgestellt. Feuerwehrleute und PCK-Mitarbeiter waren in der Nacht mit der Aufnahme des Öls beschäftigt. Bedingt durch die nasse Bodenbeschaffenheit blieb das Öl größtenteils auf der Oberfläche und sickerte nicht tief in den Boden. Eine Grundwasserkontamination gilt als unwahrscheinlich, dennoch bleibt die Überwachung der Umweltauswirkungen prioritär.
Die im Zuge des Ukraine-Konflikts verabschiedete Entscheidung, auf russisches Öl zu verzichten, ist ein zentrales Thema für die PCK, die primär den Nordosten Deutschlands versorgt. Die Bundesregierung plant, den Ausbau der Pipeline mit 400 Millionen Euro zu fördern, steht jedoch vor bürokratischen Hürden auf EU-Ebene. Forderungen zur Übernahme der Rosneft-Anteile an PCK durch den Bund werden laut.
Ein heftiger Austritt von Öl an einer Pumpstation sorgte für die Mobilisierung von zahlreichen Einsatzkräften. Die auf dem nassen Acker gesammelten Ölmengen wurden durch Saugwagen abgepumpt. Der schnelle Einsatz verhinderte eine tiefergreifende Bodenkontamination.

