Schwere Kritik an ArcelorMittal: IG Metall fordert klimafreundlichen Stahlkurs
Die IG Metall legt einen scharfen Protest gegen ArcelorMittal ein, nachdem der Stahlriese entschieden hat, die Standorte Bremen und Eisenhüttenstadt nicht auf eine umweltfreundlichere Produktion umzustellen. Jürgen Kerner, Zweiter Vorsitzender der Gewerkschaft, beschrieb diesen Entschluss als strategischen Fehlgriff mit weitreichenden Konsequenzen für Arbeitnehmer und Gesellschaft.
Der Wandel hin zu einer klimaneutralen Stahlindustrie wird als Jahrhundertprojekt angesehen, das von entscheidender Bedeutung für die Zukunft zahlreicher Arbeitsplätze in Bremen und Eisenhüttenstadt ist. Die Beschäftigten sind bereit für den Wandel, die Regierung hat umfangreiche Fördermittel in Aussicht gestellt und die Energiepreise bewegen sich in eine positive Richtung. Nur das Management von ArcelorMittal scheint in seinen Überzeugungen zu schwanken, betonte Kerner.
Er ruft die Bundesregierung auf, umgehend einen Krisengipfel für die angeschlagene Stahlindustrie anzuordnen. ArcelorMittal plant, die Umstellung auf umweltfreundliche Stahlproduktion aufzugeben, was den Verzicht auf Kohle zugunsten von Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird, bedeutet hätte.
Durch diesen Schritt entgehen dem Konzern 1,3 Milliarden Euro an staatlichen Fördermitteln, da er die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens infrage stellt, selbst mit Subventionen. Für die Bundesregierung stellt diese Entscheidung einen empfindlichen Rückschlag bei den Bestrebungen zur Dekarbonisierung der Industrie dar.
Die Stahlindustrie zählt zu den größten CO₂-Emittenten in Deutschland und spielt eine wesentliche Rolle bei der Erreichung der nationalen Klimaziele. Kerner appelliert an die Politik, der Industrie den notwendigen Rückhalt zu geben und fordert, dass Deutschland entschlossener handelt, um den Anschluss nicht zu verlieren.

