Naher und Mittlerer Osten

Schwere Angriffe auf den Iran - Trump droht

07. März 2026, 17:54 Uhr · Quelle: dpa
US-Präsident Trump
Foto: Kay Nietfeld/dpa
US-Präsident Donald Trump droht mit weiteren schweren Angriffen auf den Iran. (Archivbild)
Nach einer Nacht mit schweren Angriffen entschuldigt sich der iranische Präsident Massud Peseschkian scheinbar bei den Nachbarn. US-Präsident Donald Trump reagiert mit einer scharfen Drohung.

Berlin (dpa) - Nach erneut schweren Angriffen der USA und Israels hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit der «vollständigen Zerstörung» und dem «sicheren Tod» für bislang angeblich verschonte Ziele und Menschengruppen gedroht. Der Iran werde «in die Hölle geprügelt», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, also massiv und schwer geschlagen. Am heutigen Samstag werde der Iran «sehr hart getroffen» werden, kündigte Trump an.

«Aufgrund des schlechten Verhaltens des Irans stehen Gegenden und Gruppen von Menschen, die bislang noch nicht Ziel waren, unter ernsthafter Prüfung für vollständige Zerstörung und sicheren Tod», schrieb Trump. Der Beitrag auf seiner Plattform folgte auf Aussagen des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian, der am Morgen Bedingungen für ein Ende der eigenen Luftangriffe auf Nachbarländer gestellt hat.

Trump: Iran der «Verlierer» der Region 

In einer Videobotschaft sagte Peseschkian, der Iran werde keine Raketen abfeuern und Nachbarländer angreifen, sofern von deren Territorium keine Attacken auf den Iran erfolgten. Die bisherigen Angriffe auf Nachbarländer seien «das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure» gewesen.

Seine Bedingungen bedeuten aber auch, dass von US-Militärstützpunkten in der Region keine Angriffe mehr auf den Iran erfolgen dürfen. Nur wenige Stunden nach der Aussage meldeten mehrere Golfstaaten, sie hätten erneut Raketen und Drohnen abgewehrt. Trump schrieb, die Entschuldigung sei nur wegen der «unerbittlichen Angriffe» der USA und Israels erfolgt.

Eigentlich habe der Iran die ganze Region übernehmen wollen, schrieb der US-Präsident, ohne dafür konkrete Beweise vorzulegen. Jetzt aber sei das Land der «Verlierer» der Region und werde es für viele Jahrzehnte sein, «bis sie sich ergeben oder, noch wahrscheinlicher, komplett zusammenbrechen». Die umliegenden Länder hätten sich bei ihm bedankt, schrieb Trump.

Die Islamischen Revolutionsgarden erklärten im Anschluss an Peseschkians Rede laut Nachrichtenagentur Tasnim, dass sie in Übereinstimmung mit den Anweisungen des Präsidenten die Interessen und die nationale Souveränität der Nachbarländer respektierten. Alle Militärstützpunkte und Interessen der USA und Israels zu Wasser, zu Land und in der Luft in der Region würden aber weiter als Hauptziele angesehen. Hardliner im Land warfen Peseschkian vor, Schwäche zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden. 

Iranische Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region

Irans Marineeinheiten teilten der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge mit, sie hätten mit Drohnen US-Stützpunkte in Abu Dhabi und in Kuwait angegriffen. Irans Revolutionsgarden erklärten, sie hätten an der US-Basis in den Emiraten unter anderem ein Kommunikationszentrum und Radarsysteme getroffen. 

Am Vormittag berichteten iranische Staatsmedien von schweren Schäden im ganzen Land. Betroffen gewesen seien unter anderem zwei Krankenhäuser in der Provinz Chuzestan im Südwesten des Landes. Laut der staatlichen Rundfunkagentur Irib war auch der Inlandsflughafen Mehrabad im Westen von Teheran Ziel von Angriffen. Medienberichte zeigen Brände und große Schäden. Auch Militäranlagen in Teheran sowie in Zentral-, West- und Nordwestiran seien attackiert worden. Unabhängige Bestätigungen dafür gibt es bislang nicht.

Die israelische Armee teilte mit, sie habe in Mehrabad 16 Flugzeuge der Al-Kuds-Brigaden zerstört. Die Auslandseinheit der Revolutionsgarden habe mit den Flugzeugen Waffen zur libanesischen Hisbollah-Miliz transportiert. Auch eine ungenannte Zahl an Kampfjets sei am Boden zerstört worden. Zudem sei unter anderem ein unterirdisches Lager für ballistische Raketen sowie eine Militär-Universität der Revolutionsgarden in Teheran angegriffen worden. 

Im Gegenzug hatte der Iran seine Angriffe auf Israel in der Nacht zu Samstag und den Tag über fortgesetzt. Über Einschläge oder größere Schäden durch Trümmerteile sowie über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Israelischer Einsatz im Libanon

Im Libanon führte die israelische Armee neben den Luftangriffen derweil überraschend auch einen nächtlichen Einsatz mit Militärhubschraubern durch. Spezialtruppen hätten in der Nacht versucht, Details zum israelischen Luftwaffen-Navigator Ron Arad zu finden, der 1986 über dem Südlibanon abgeschossen und von der schiitischen Amal-Miliz gefangen genommen wurde, teilte die Armee mit. Nach schweren Kämpfen habe es mindestens 26 Tote gegeben, darunter drei libanesische Armeesoldaten, teilten libanesische Medien mit. 

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz warnte den Libanon, das Land werde den «vollen Preis» zahlen, wenn die Hisbollah-Miliz Israel weiterhin bedrohe. Die Regierung in Beirut habe ihre Verpflichtung aus dem Abkommen zum Waffenstillstand vom November 2024, die vom Iran unterstützten Gruppe zu entwaffnen, nicht erfüllt, hieß es in einer Erklärung des israelischen Außenministeriums.

Israel: Bisher rund 420.000 Libanesen geflohen 

Am Nachmittag gab es im Norden Israels erneut Luftalarm wegen Raketenangriffen aus dem Libanon, wie israelische Medien berichteten. Ein israelischer Armeesprecher rief unterdessen auf Arabisch mit einem Post auf der Plattform X alle Bewohner des Libanons südlich des Litani-Flusses auf, sich unverzüglich Richtung Norden abzusetzen. 

Bisher sind nach einer Schätzung des israelischen Militärs rund 420.000 Menschen innerhalb des Libanons wegen der Angriffe in andere Gegenden geflohen. Südlich des Litani halten sich nach Einschätzung libanesischer Sicherheitskreise noch etwa 100.000 Menschen auf.

Krieg / Konflikte / Israel / USA / Iran / Saudi-Arabien / Russland
07.03.2026 · 17:54 Uhr
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