Schwelender Konflikt bei Ford Deutschland: IG Metall setzt auf Warnstreiks
Der Autobauer Ford Deutschland steht vor einem schwierigen Personalabbau, bei dem die IG Metall im Streit um Abfindungen und Sicherheitsnetze zu Warnstreiks aufgerufen hat. Die Gewerkschaft fordert von der Ford-Geschäftsführung, die Abfindungen zu erhöhen und ein insolvenzgeschütztes Sicherheitsnetz zu etablieren – bislang ohne Einlenken vom Management.
Die IG Metall zeigt sich entschlossen und hat die Belegschaft in Köln zum Streik in allen Schichten von Dienstagabend bis Donnerstag aufgerufen. Gewerkschaftssprecher David Lüdtke betont die Dringlichkeit eines soliden Zukunftskonzepts für die Kölner Standorte sowie eines anhaltenden Schutzes vor Insolvenzen. Das Vertrauen in das Unternehmen sei durch die Kündigung der Patronatserklärung des Ford-Mutterkonzerns erheblich beschädigt worden.
Der Konzern hatte kürzlich die deutsche Tochter durch eine Finanzspritze entlastet, jedoch zugleich die wichtige Patronatserklärung beendet. Diese Entwicklung erhöht die Insolvenzgefahr und die Unsicherheit über den Erhalt von Arbeitsplätzen trotz Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2032.
Das Ford-Management versichert, weiterhin auf seine deutschen Standorte zu setzen und verweist auf Investitionen von mehreren Hundert Millionen Euro, um die Situation zu stabilisieren. Laut Unternehmenssprecher besteht kein Mangel an Engagement in Europa; der Entfall der Patronatserklärung sei nur eine Rückkehr zur Normalität.
Ford kämpfte zuletzt mit zurückgehenden Verkaufszahlen für seine in Köln produzierten Elektro-Geländewagen. Ein Vertreter des Unternehmens unterstrich das Engagement, mit den Sozialpartnern gerechte Lösungen zu finden. Während der Warnstreikperioden ist die Kurzarbeit für einige Beschäftigte ausgesetzt; der Standort Köln hat derzeit noch rund 11.500 Mitarbeiter, was einen deutlichen Rückgang gegenüber 2018 darstellt.

