Schwankende Ölpreise: Einfluss globaler Zollkonflikte und Opec+ Ungewissheit
Die Ölpreise haben am Donnerstag nach anfänglichen Aufschwüngen wieder nachgelassen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli wurde zuletzt mit 64,16 US-Dollar gehandelt, was einen Rückgang um 74 Cent im Vergleich zum Vortag bedeutet. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 84 Cent auf 60,99 US-Dollar.
Zunächst hatten positive Signale im globalen Zollkonflikt die Ölpreise beflügelt. Ein überraschendes Urteil eines US-Bundesgerichts entzog Präsident Donald Trump das Recht, auf Grundlage eines Notstandsgesetzes weitreichende Zölle zu erlassen. Dieses Urteil könnte die globalen Wachstumsaussichten verbessern und somit indirekt auch die Ölnachfrage ankurbeln. Die US-Regierung reagierte prompt mit einer Berufung gegen diese Entscheidung und äußerte deutlich ihren Unmut. In der Folge gerieten die Ölpreise unter Druck.
Parallel dazu ist die Entscheidung der Ölfördergemeinschaft Opec+ über eine mögliche Produktionssteigerung noch ausstehend. Wie aus einer Mitteilung nach einer Online-Sitzung von beteiligten Ölministern am Mittwoch hervorging, wird die Strategie voraussichtlich am Samstag von einer zentralen Gruppe bestehend aus acht Ländern festgelegt. Trotz der Unsicherheiten meldete Kasachstan, dass es seine Fördermengen entgegen vorheriger Pläne nicht reduzieren könne und will diese im Laufe des Jahres sogar noch steigern. Diese Ankündigung birgt weiteres Konfliktpotenzial innerhalb der Opec+.

