Schwache Frühjahrsbelebung trübt Aussichten auf dem Arbeitsmarkt
Die alljährliche Frühjahrsbelebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt zeigte sich in diesem Jahr vergleichsweise schwach. Zwar sank die Zahl der Arbeitslosen im Mai geringfügig um 12.000 Personen im Vergleich zum Vormonat auf 2,919 Millionen, doch im Jahresvergleich bleibt ein deutlicher Anstieg um 197.000 Arbeitslose zu verzeichnen, wie die Bundesagentur für Arbeit verlauten ließ. Die Arbeitslosenquote verringerte sich marginal um 0,1 Prozentpunkte auf nunmehr 6,2 Prozent.
Andrea Nahles, die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, verweist darauf, dass der Arbeitsmarkt den erhofften Auftrieb für eine nachhaltige Erholung nicht erhalten habe. Für die Sommermonate prognostiziert sie daher tendenziell weiter steigende Arbeitslosenzahlen. Derweil bleibt der anhaltende Fachkräftemangel eine unverändert große Herausforderung: Trotz einer geringfügigen Entspannung bei Engpassberufen sind qualifizierte Fachkräfte in jedem achten Berufsfeld Mangelware.
Einen besonders hohen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften verzeichneten im Vorjahr vor allem Pflege- und Gesundheitsberufe, ebenso wie das Bauwesen und das Handwerk. Berufskraftfahrer sowie Erzieherinnen standen ebenso hoch auf der Liste der gesuchten Berufssparten. Insgesamt wurden im Mai 634.000 offene Arbeitsstellen gemeldet, was einem Rückgang von 67.000 im Jahresvergleich entspricht.
Im Bereich der konjunkturellen Kurzarbeit wurden für den Mai 33.000 Anmeldungen bekannt, deren tatsächliche Nutzung jedoch nicht verbindlich ist. Zeitgleiche Zahlungsdaten zeigten, dass im Mai an 248.000 Personen Kurzarbeitergeld ausgezahlt wurde, was einen Rückgang von 13.000 im Vergleich zum Februar darstellt.
Auch auf dem Ausbildungsmarkt zeigen sich weniger erfreuliche Vorzeichen: Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen sank bis Mai um 28.000 auf 441.000, während sich die Anzahl der Bewerber um 11.000 auf 375.000 erhöhte. Von diesen blieben im Mai noch 191.000 unversorgt, was die Herausforderungen auf diesem Gebiet verdeutlicht.

