Vorfall in Washington

Schusswechsel bei Trump-Dinner - Motiv des Angreifers unklar

26. April 2026, 20:59 Uhr · Quelle: dpa
Secret Service Agenten reagieren während des Gala-Dinners
Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Trump und die übrigen Regierungsmitglieder blieben unversehrt.
Mit Schrotflinte und Messern: Nach dem Angriff auf das Dinner in Washington stehen die Ermittlungen noch am Anfang. Trump und sein Team ziehen jedoch schon erste Schlüsse.

Washington (dpa) - Nach dem Schusswechsel bei einem Gala-Dinner mit US-Präsident Donald Trump suchen Ermittler nach dem Motiv und dem konkreten Ziel des Tatverdächtigen. Der bewaffnete 31-Jährige hatte am Samstagabend (Ortszeit) versucht, in Washington das Festessen mit der Hauptstadtpresse zu stürmen, wurde aber von Sicherheitskräften überwältigt. 

US-Präsident Donald Trump, seine Frau Melania und etliche Kabinettsmitglieder bleiben unversehrt. Ein Sicherheitsbeamter wird angeschossen, kann aber später aus dem Krankenhaus entlassen werden. Aber der Schock sitzt tief. Trump bezeichnet den Verdächtigen später als «Möchtegern-Attentäter».

Verdächtigter am Montag vor Gericht

Ermittler gehen laut Justizminister Todd Blanche nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass der mutmaßliche Schütze Mitglieder der Regierung ins Visier genommen hatte. Ob Trump selbst das Ziel war, werde noch geprüft, der Verdächtige kooperiere nicht mit den Ermittlern. Am Montag soll der Mann vor Gericht in Washington erscheinen. Regierungssprecherin Karoline Leavitt wertete den Angriff als Mordversuch an Trump.

Trump zufolge ist der Mann «ein kranker Mensch, ein sehr kranker Mensch». Unter dem Eindruck des Geschehens war Trump sichtlich gezeichnet vor die Presse getreten. «Angesichts der Ereignisse dieses Abends rufe ich alle Amerikaner dazu auf, sich von Herzen dafür einzusetzen, unsere Differenzen friedlich beizulegen», sagte er. «Wir müssen... wir müssen unsere Differenzen beilegen.» 

Vorfall kurz vor Besuch von König Charles

Nach den Dinner-Schüssen in Washington wurden die Pläne für den Staatsbesuch des britischen Königspaars in den USA überprüft. Dieser werde dennoch wie geplant stattfinden, teilte der Buckingham-Palast am Abend laut der britischen Nachrichtenagentur PA mit. Ab Montag sind der britische König Charles III. und Königin Camilla zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in den USA zu Gast.

Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen 31-Jährigen aus Südkalifornien handeln, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichteten. Der Mann soll als Lehrer und Entwickler für Videospiele gearbeitet haben, heißt es unter Berufung auf das mutmaßliche LinkedIn-Profil des Mannes. In der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) durchsuchte die Bundespolizei FBI das Haus des Verdächtigen in Torrance, einem Vorort südwestlich von Los Angeles.

Laut Trump gibt es ein Manifest des Verdächtigen

Nach Trumps Angaben hatte der Mann ein Manifest mit antichristlichen Ansichten verfasst. «Wenn man sein Manifest liest, merkt man, dass er Christen hasst. Das steht fest, er hasst Christen», sagte Trump dem Sender Fox News. Nähere Angaben zu dem Schriftstück machte der Präsident nicht. Trump bezeichnete den Angreifer als «verrückten Typen.» Familienmitglieder hätten zu den antichristlichen Ansichten sogar Angaben bei den Sicherheitsbehörden gemacht.

Bei dem Gala-Dinner mit der Hauptstadtpresse war der Mann durch eine Sicherheitsschleuse gestürmt und von Sicherheitskräften überwältigt worden. Es fielen Schüsse, der Präsident wurde von seinen Personenschützern in Sicherheit gebracht. Bewaffnet war der Mann mit Schrotflinte, Handfeuerwaffe und mehreren Messern. Ein Beamter des Secret Service wurde Trump zufolge von mindestens einer Kugel getroffen und durch seine Schutzweste gerettet.

Kritik an Sicherheitsvorkehrungen

Der Angreifer sei ein Feigling gewesen, der versucht habe, eine «nationale Tragödie» herbeizuführen, sagte Matthew Quinn, der stellvertretende Direktor des Secret Service, in einer Stellungnahme auf X. Der Verdächtige habe die Sicherheitsvorkehrungen des Secret Service unterschätzt. Mehrere Anwesenden hatten diese zuvor kritisiert und warfen die Frage auf, wie der Mann überhaupt so weit kommen konnte.

Laut den Sicherheitsbehörden war der Täter Gast im Hilton Hotel, in dem das Dinner stattfand. Um ins Hotel zu kommen, mussten Gäste noch keine Sicherheitsschleuse passieren. Erst wenn sie in den Ballsaal wollten, wurden ihre Taschen kontrolliert und alle durch eine Schleuse geführt.

Trump: Wäre im neuen Ballsaal nicht passiert 

Trump wertete den Vorfall auch als weitere Bestätigung für den umstrittenen Bau eines Ballsaals am Weißen Haus. «Mit dem derzeit am Weißen Haus im Bau befindlichen, militärisch streng geheimen Ballsaal wäre dieses Ereignis niemals passiert», teilte Trump mit. «Er kann gar nicht schnell genug fertiggestellt werden!» Allerdings ist das Gala-Dinner der Hauptstadtpresse keine Veranstaltung des Präsidenten oder des Weißen Hauses, sondern eine Medienveranstaltung findet daher woanders statt.

Der Vorfall im Hilton Hotel weckte düstere Erinnerungen an einen blutigen Vorfall vor 45 Jahren. Seinerzeit wurde dort ein Attentat auf den damaligen Präsidenten Ronald Reagan verübt, das er schwer verletzt überlebte.

Auch Trump war mehrfach das Ziel von Attentatsversuchen. Im Sommer 2024 kam der damalige Präsidentschaftskandidat nur knapp mit dem Leben davon, als ein Attentäter bei einer Wahlkampfveranstaltung in Butler im Bundesstaat Pennsylvania auf ihn schoss, eine Kugel verletzte ihn leicht am Ohr. Ein Besucher starb, zwei wurden verletzt. Der Täter wurde von Sicherheitskräften getötet.

Regierung / Polizei / Kriminalität / USA / Attentat / Trump / Sicherheit
26.04.2026 · 20:59 Uhr
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