Schröder mahnt zur Besonnenheit: 'Friedensfähigkeit statt Dämonisierung'
In seinem jüngsten Gastbeitrag in der 'Berliner Zeitung' hat der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder den russischen Angriffskrieg in der Ukraine als völkerrechtswidrig und menschenrechtsverletzend verurteilt. Schröder, mittlerweile 81 Jahre alt, plädiert dafür, alle diplomatischen Kanäle auszuschöpfen, um den Konflikt zu beenden. Gleichzeitig warnt er vor einer Pauschalverurteilung Russlands als ewigen Feind, trotz seiner langjährigen Beziehungen zu Wladimir Putin und seiner umstrittenen Tätigkeiten in russischen Energiekonzernen.
Er hebt hervor, dass Russland ein Land mit einer reichen Kultur und geschichtlichen Verbindungen zu Deutschland sei, und unterstreicht die Bedeutung einer 'Friedensfähigkeit' in Europa, die aus seiner Sicht wichtiger ist als militärische Stärke. Für Schröder ist es entscheidend, an den von ihm initiierten Gegebenheiten festzuhalten, nämlich an einer stabilen und günstigen Energieversorgung aus Russland.
Darüber hinaus äußert Schröder Bedenken über den Machtverlust der EU auf internationaler Ebene. Die gegenwärtige Politik der USA unter Präsident Donald Trump sieht er als Bedrohung für Europas Autonomie, wobei er das Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Mercosur als unzureichend betrachtet, um die strategische Position der EU zu sichern. Der Ex-Kanzler sieht die europäische Union in einer reaktiven Rolle, die sie ihrer einstigen Größe beraubt.

