Schott Pharma fokussiert auf Expansion und neue Marktbedingungen trotz Aktienrückgang
Schott Pharma plant die Erweiterung seiner Produktionskapazitäten in Asien und den USA, während das Unternehmen die aktuell schwache Marktlage als vorübergehendes Phänomen betrachtet. "Unsere wichtigsten Treiber sind weiter intakt", erklärt Finanzvorstand Reinhard Mayer und betont die Bedeutung von mRNA-Medikamenten und Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten für das zukünftige Geschäft. In Europa setzt der Konzern weiterhin auf den Ausbau in Serbien und Ungarn, während Märkte wie China und Indien zunehmend ins Visier geraten. Schott Pharma reagiert auf industrieinterne Strategiewechsel und die Neuausrichtung der pharmazeutischen Produktion hin zu den USA. Der Standort Pennsylvania erfuhr kürzlich eine Kapazitätserweiterung für sterile Fläschchen. Trotz der verstärkten Aktivitäten in Nordamerika wächst das Unternehmen dort am schnellsten. Besondere Aufmerksamkeit zieht die Entwicklung von Autoinjektoren für die Selbstmedikation auf sich. Dies könnte eine bedeutende Marktchance für Schott Pharma darstellen, da zahlreiche Medikamente zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten entwickelt werden. Das erste Produkt wird für 2026 erwartet, mit einem Potenzial von rund 180 in der Entwicklung befindlichen Arzneimitteln. Trotz dieser positiven Perspektiven verzeichnete Schott Pharma zuletzt einen Rückgang des Aktienkurses, der am Donnerstag auf ein neues Rekordtief fiel. Die Mainzer mussten ihre Wachstumsprognosen kürzlich revidieren, unter anderem aufgrund eines rückläufigen Bedarfs bei einem großen Kunden und veränderten Erwartungen an mRNA-Impfstoffe. Dies wird als Übergangsjahr betrachtet, zumal das Unternehmen künftige Marktverschiebungen einberechnet. Der Spezialglashersteller Schott hatte seine Pharmasparte im September 2023 erfolgreich an die Börse gebracht. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen die Erlöse um drei Prozent auf 986 Millionen Euro, obwohl der Gewinn leicht rückläufig war.

