Scharfe Kritik an Kanzler Merz: Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes bezieht Stellung
Die renommierte Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für seine jüngsten Äußerungen zu sozialen Problemen im Stadtbild, insbesondere in Bezug auf Frauen, scharf kritisiert. Laut der Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle, die sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur äußerte, sei das eigene Zuhause nach wie vor der gefährlichste Ort für viele Frauen. Stolle betonte, dass Frauenrechte für alle gelten und dass männliche Gewalt unabhängig von Herkunft oder äußeren Merkmalen konsequent thematisiert und bekämpft werden müsse.
Merz hatte in einem anderen Kontext auf das Erstarken der AfD reagiert und erklärt, dass Versäumnisse in der Migrationspolitik korrigiert würden. Er ergänzte, dass im Stadtbild dennoch Probleme bestünden, weshalb der Bundesinnenminister verstärkt Abschiebungen vorantreibe. Im ersten Halbjahr 2025 vermeldete die Bundesregierung 11.807 Abschiebungen, vor allem in die Türkei, Georgien, Spanien und Frankreich.
Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2024 wurden 9.465 Abschiebungen durchgeführt, vorwiegend nach Georgien, Nordmazedonien, Österreich und Albanien. Auf Nachfrage, was er mit 'dieses Problem' genau meinte, wies Merz darauf hin, dass seine Töchter sicherlich eine klare Antwort darauf geben könnten.
Stolle kritisierte die Aussage als pauschal und diskriminierend und verwies darauf, dass patriarchale Gewaltstrukturen in Deutschland noch tief verwurzelt seien. Sie schlug vor, dass Merz, sollte er ernsthaft etwas für den Schutz von Frauen unternehmen wollen, eine Liste konkreter Forderungen von Terre des Femmes erhalten könnte, die schnellstmöglich umgesetzt werden sollten.

