Schaeffler setzt auf Rüstung und Robotik: Neue Geschäftsfelder im Fokus
Der Transformationsprozess beim Auto- und Industriezulieferer Schaeffler nimmt weiter Fahrt auf. Unternehmenschef Klaus Rosenfeld hat in einem Interview mit der 'Süddeutschen Zeitung' angekündigt, dass Schaeffler sich vermehrt auf das Rüstungsgeschäft konzentrieren wird. Bereits zuvor wurde eine Zusammenarbeit mit dem Drohnenhersteller Helsing bekannt gegeben, um die Drohnenproduktion zu erweitern. Rosenfeld sieht im Verteidigungsgeschäft großes Potenzial: In einem Fünf-Jahres-Zeitraum könnte der Umsatz auf eine Milliarde Euro steigen. Bislang erzielt Schaeffler im Verteidigungsbereich, ohne die Partnerschaft mit Helsing, bereits Einnahmen von etwa 100 Millionen Euro. Doch die bisherigen Kernmärkte bleiben essenziell, und das Unternehmen plant, bis 2035 rund zehn Prozent des Umsatzes aus neuen Geschäftsfeldern zu generieren.
Die Schwäche im Autogeschäft verdeutlicht den strategischen Schritt in die Rüstungsindustrie. Dieser ermöglicht Schaeffler die Nutzung bestehender Technologie und Kapazitäten. Hauptanziehungspunkt bleibt jedoch die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit.
Neben der Rüstung sieht Rosenfeld auch großes Potenzial im Bereich der humanoiden Roboter. Diese Maschinen, deren Bewegungen den menschlichen sehr ähnlich sind, sollen laut Rosenfeld ein bedeutendes Geschäftsfeld werden. Eine Partnerschaft mit Nuera Robotics soll den Einsatz und die Entwicklung dieser Roboter fördern. Schaeffler plant, künftig Schlüsselkomponenten bereitzustellen und die Roboter in der eigenen Produktion zu nutzen.
Angesichts der Umstrukturierung hatte Schaeffler 2024 den Abbau von 4.700 Stellen in Europa, davon 2.800 in Deutschland, bekanntgegeben. Ob weitere Stellenkürzungen folgen werden, bleibt unklar. Der Konzern beschäftigt weltweit etwa 112.000 Mitarbeiter.

