SBB fordert strengere Regulierung für Güterwagenbremsen
Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) erheben Bedenken bezüglich des Einsatzes eines bestimmten Bremstyps, der auch bei der Deutschen Bahn verwendet wird, für Güterzüge und verlangen umfassendere Wartungsmaßnahmen. Sollte dies nicht geschehen, sieht die SBB die Notwendigkeit, den Gebrauch von Güterwagen mit LL-Bremssohlen in der Schweiz und ganz Europa zu reduzieren oder gar vollständig zu verbieten.
Diese Forderungen der SBB stehen im Kontext eines kürzlich veröffentlichten Abschlussberichts der Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) zur Entgleisung eines Güterzugs im Gotthardtunnel. Der Bericht macht Ermüdungsrisse in der Radscheibe, hervorgerufen durch thermische Überlastung, für den Unfall verantwortlich.
Er spricht sich für kürzere Wartungsintervalle, präzisere Prüfungsmethoden und eine Untersuchung über die thermische Belastung durch Verbundstoffbremssohlen aus, zu denen auch der Typ LL gehört. Während die Deutsche Bahn in der Vergangenheit ihre rund 60.000 Güterwagen überwiegend mit den als „Flüsterbremsen“ bekannten LL-Bremssohlen modernisiert hat, hob ein Unternehmenssprecher hervor, dass die Einsatz- und Instandhaltungsregeln für Radsätze kontinuierlich angepasst wurden.
Ziel ist es, mechanische und thermische Belastungen der Räder zu reduzieren. Die Schweizer Bahn selbst hat im Güterverkehr keine Wagen mit diesen Bremsen im Bestand.
Der Unfall, bei dem im August 2023 ein Güterzug in der Weströhre des Gotthard-Tunnels entgleiste, führte zu einer monatelangen Bergung der Waggons und umfangreichen Reparaturarbeiten an den Schienen. Erst nach einem Jahr konnte der Verkehr im Tunnel wieder vollständig aufgenommen werden.

