Sartorius enttäuscht die Börsen – Jahresziele unter Markterwartungen
Die enttäuschenden Jahresziele von Sartorius haben bei den Anlegern des Labor- und Pharmazulieferers für Verdruss gesorgt. Trotz eines positiven Auftakts mit einem Kursanstieg auf 245,50 Euro erlebte die im MDax notierte Vorzugsaktie eine rasante Talfahrt. Am Dienstagmittag lag der Kursverlust bei 3,2 Prozent, sodass die Aktie mit 227,40 Euro den niedrigsten Stand seit Ende November erreichte. Seit ihrem 13-Monatshoch im Januar hat sie damit einen Rückgang von 15 Prozent verzeichnet.
Auch die Tochtergesellschaft Sartorius Stedim Biotech spürt an der Euronext in Paris eine ähnliche Entwicklung. Der Aktienkurs fiel zuletzt um 3,3 Prozent auf 181 Euro, was einem Rückgang von fast 20 Prozent seit dem Zwölfmonatshoch im Januar entspricht.
Die Bilanzzahlen des Schlussquartals und des Geschäftsjahres wurden von Analysten wie Matthew Weston von der UBS als 'solide' bewertet, doch der Ausblick enttäuschte die Investoren. Die vorgestellten Ziele für das Geschäftsjahr 2026 lagen leicht unter den Markterwartungen, was zu einer Anpassung der Analystenschätzungen für das bereinigte operative Ergebnis führen dürfte. Richard Vosser von JPMorgan rechnet mit einer Kürzung um 4 bis 5 Prozent.
Angesichts der Unsicherheiten bezüglich der Auftragslage und der langen Vorlaufzeiten der Bioprozessanlagen zeigte sich das Management von Sartorius laut UBS-Analyst Weston vorsichtig. Zugleich möchte der neue Vorstandschef Michael Grosse in seinem ersten Jahr die Zielerreichung sicherstellen.
RBC-Analyst Charles Weston hob hervor, dass die vorsichtig angelegte Umsatzspanne auch ein mögliches schwächeres Marktszenario berücksichtigt. Doch Sartorius erwarte eine fortschreitende Erholung. Nach der Corona-Zeit habe sich die Branche gefangen, jedoch erreiche die Nachfrage nach Ausrüstung und Instrumenten noch nicht die langjährig gewohnten Wachstumsraten.
Gegenwind bläst nach wie vor in der Laborsparte, so James Vane-Tempest von Jefferies. Das Marktumfeld bleibt trotz der zurückgewonnenen Wachstumsdynamik schwierig. Abschreibungen durch Wechselkurs-, Zolleffekte und den Produktmix werden wohl bis 2026 anhalten. Dennoch sieht auch Jefferies in der konservativen Prognose Potenzial für positive Überraschungen im Jahresverlauf.

