SAP-Aktienkurs stürzt ab: Ein turbulenter Tag an der Börse
Die jüngste Quartalsbilanz von SAP hat Anlegern am Donnerstag die Sprache verschlagen. Der Kurs des Dax-Schwergewichts begann den Handel mit einem beachtlichen Verlust von fast neun Prozent und erlebte im Lauf des Tages weitere Einbrüche. Gegen Mittag belief sich der Verlust auf ganze 15 Prozent und mit einem Kurs von 167 Euro erreichte die Aktie ihren tiefsten Stand seit Mitte 2024. Ein solches Desaster war zuletzt im Oktober 2020 zu verzeichnen, als die Pandemie den Software-Entwickler zwang, seine Geschäftsziele bedeutend zu reduzieren.
Im vergangenen Jahr konnte SAP in seinem Wachstumsfeld der Cloudsoftware nicht die erhofften Vertragsabschlüsse verbuchen. Auch in diesem Jahr zeigt sich die Steigerungsrate des Vertragsbestands rückläufig. Obwohl SAP plant, über zwei Jahre hinweg bis zu zehn Milliarden Euro in den Rückkauf eigener Aktien zu investieren, blieb die erhoffte positive Wirkung auf die Börse aus.
Börsenexperten von Index-Radar nannten den dramatischen Kurseinbruch ein „seltenes Schauspiel“. Ein kleines Trostpflaster sei der gestiegene Auftragseingang, während die Umsatzzuwächse für das kommende Jahr optimistischer gesehen werden. Der Zustand am Software-Aktienmarkt wird generell als angespannt beschrieben und der aktuelle Kursverfall bei einigen großen Unternehmen als möglicherweise übertrieben bewertet.
Investoren haben sich in letzter Zeit zusehends von Software-Aktien abgewandt, angesichts der Herausforderungen durch die rasante Entwicklung von KI-Anwendungen und der zunehmenden Konkurrenz in der Branche. Der Aktienkurs von SAP hat im vergangenen Jahr fast 40 Prozent von seinem Rekordhoch eingebüßt. Der US-Wettbewerber Salesforce hat ebenfalls deutlich von seinem Höchststand Ende 2024 verloren, während Oracle-Papiere seit ihrem Rekordhoch im September fast die Hälfte ihres Wertes eingebüßt haben.
Infolge der Kursverluste büßte SAP am Donnerstag etwa 34 Milliarden Euro seiner Marktkapitalisierung ein. Dennoch bleibt die Aktie mit über 200 Milliarden Euro nach wie vor das Zugpferd des Dax. Der Einbruch hinterließ Spuren auf dem gesamten Markt, da auch der europäische Technologiesektor von den Entwicklungen bei SAP mit nach unten gezogen wurde.

