Ryanair hebt Prognose an – trotz Gewinnrückgang im dritten Quartal
Gewinn unter Vorjahr – aber über den Erwartungen
Ryanair hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen bereinigten Nettogewinn von 115 Millionen Euro ausgewiesen. Damit blieb der Konzern zwar unter dem Vorjahreswert von 149 Millionen Euro, übertraf jedoch die Konsensschätzungen der Analysten. Hauptbelastungsfaktor war eine Rückstellung in Höhe von 85 Millionen Euro im Zusammenhang mit einer möglichen Geldstrafe der italienischen Wettbewerbsbehörde.
Operativ zeigt sich das Umfeld für Europas größte Low-Cost-Airline weiterhin robust. Die Nachfrage nach Flugreisen bleibt hoch, während das Angebot aufgrund von Lieferverzögerungen bei Flugzeugen und strukturellen Engpässen im europäischen Luftverkehr begrenzt ist. Diese Konstellation stützt die Auslastung und verleiht den Ticketpreisen Auftrieb.
Knappes Angebot treibt Preise und Margen
Ryanair profitiert von einem Markt, in dem Kapazitäten nicht im gleichen Tempo wachsen wie die Reiselust der Verbraucher. Viele Wettbewerber kämpfen noch mit Flottenproblemen, Personalmangel oder finanziellen Altlasten aus der Pandemiezeit. In diesem Umfeld kann der irische Konzern seine starke Kostenposition und hohe operative Effizienz ausspielen.
Besonders wichtig: Die durchschnittlichen Ticketpreise liegen bereits deutlich über dem Vorjahresniveau – ein Trend, der sich laut Management auch im weiteren Jahresverlauf fortsetzen dürfte.
Ausblick für 2026 angehoben
Vor diesem Hintergrund zeigt sich Ryanair für das Gesamtjahr deutlich zuversichtlicher. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet der Konzern nun mit knapp 208 Millionen Passagieren. Gleichzeitig sollen die Ticketpreise im Durchschnitt mehr als sieben Prozent über dem Vorjahresniveau liegen.
Den bereinigten Nettogewinn erwartet Ryanair nun in einer Spanne von 2,13 bis 2,23 Milliarden Euro. Damit hebt das Management seine Prognose an und signalisiert Vertrauen in die anhaltende Ertragskraft des Geschäftsmodells.
Ein zentraler Treiber für den optimistischeren Ausblick sind verbesserte Auslieferungen von Boeing. Nach monatelangen Verzögerungen bei der Bereitstellung neuer Maschinen rechnet Ryanair nun mit einem stabileren Zufluss, der weiteres Wachstum ermöglicht und operative Engpässe reduziert.
Fazit: Sonderbelastung, aber intakte Ertragsstory
Das schwächere Quartalsergebnis ist in erster Linie auf einen einmaligen Rückstellungseffekt zurückzuführen und ändert wenig am strukturell positiven Bild. Hohe Nachfrage, begrenzte Kapazitäten und steigende Ticketpreise bilden weiterhin ein günstiges Umfeld für Europas größte Low-Cost-Airline.
Mit dem angehobenen Ausblick unterstreicht Ryanair, dass der Konzern nicht nur von der Erholung des Luftverkehrs profitiert, sondern sich zunehmend wieder in einer Phase strukturellen Wachstums und hoher Profitabilität befindet.


