RWE strebt höhere Renditen an und passt Investitionspläne an
Der Energieriese RWE hat seine Investitionsstrategie in Anbetracht eines unsicheren wirtschaftlichen Umfelds neu ausgerichtet. Das Unternehmen hat seine Renditeanforderungen für neue Projekte von 8 auf über 8,5 Prozent angehoben und plant, zwischen 2025 und 2030 rund 35 Milliarden Euro zu investieren – 10 Milliarden Euro weniger als ursprünglich vorgesehen.
Während das Unternehmen 2024 im Tagesgeschäft trotz eines empfindlichen Gewinneinbruchs besser abschnitt als erwartet, prognostiziert es für 2025 schwächere Ergebnisse. Besonders die Umsatzrückläufe bei kurzfristigen Kraftwerkseinsätzen und im Energiesektor belasten das Geschäftsergebnis.
RWE prüft in diesem Zuge die Fortführung seiner Projekte in den USA genauer. Finanzchef Michael Müller betonte bei der Bilanzpressekonferenz, dass lediglich die Offshore-Windprojekte vor der US-Küste möglicherweise fortgesetzt werden könnten, während Onshore-Windparks als weniger riskant betrachtet werden. Analysten von JPMorgan würdigten die neuen Entscheidungen im Umgang mit Investitionen, die dem Unternehmenswert zugutekämen.
Aufgrund gestiegener Unsicherheiten, etwa bei den Lieferketten oder durch geopolitische Spannungen sowie höheren Zinsen, reagiert RWE flexibel, indem beispielsweise einige Offshore-Projekte in Teilschritten verkauft werden sollen. Das laufende Aktienrückkaufprogramm, das bis 2026 abgeschlossen sein soll, könnte potenziell verlängert werden, wobei dies von verschiedenen Faktoren abhängen würde.
Finanzchef Müller betonte, dass trotz verschlechterter Strommargen und gesunkener Erträge im Energiehandel die geplante Dividende für 2024 leicht erhöht wird und eine ähnliche Erhöhung bereits für das Jahr 2025 vorgesehen sei.

