Russlands Rüstungsindustrie: Auslandsgeschäfte auf Rekordniveau
Das Interesse an russischen Rüstungsgütern verzeichnet derzeit beispiellose Höhen. Wie Vizepremier Denis Manturow gegenüber Präsident Wladimir Putin verkündete, stieg das Volumen der Rüstungsverträge auf ein Rekordniveau von 70 Milliarden Dollar, nachdem es bis 2022 maximal 55 Milliarden Dollar betragen hatte. Dieser Anstieg wird von ihm mit dem Krieg gegen die Ukraine in Verbindung gebracht, den russische Offizielle als "militärische Spezialoperation" bezeichnen. Die im Einsatz getestete Technik scheine laut Manturow für sich selbst zu werben.
Besonders nachgefragt sind russische Abwehrsysteme, Flugzeuge und Mehrfachraketenwerfer. Doch der Boom hat auch Schattenseiten: Manturow hatte bereits im Dezember eingeräumt, dass die Nachfrage der russischen Armee nach neuen Waffen Vorrang gegenüber Exportaufträgen habe, was zu Verzögerungen führe.
Russische Propagandisten wie Margarita Simonjan, Chefin der staatlichen Mediengruppe RT, hatten zu Beginn des Konflikts einen raschen Sieg Russlands in der Ukraine propagiert. Die Auseinandersetzung zieht sich inzwischen länger hin als der sowjetische Verteidigungskrieg gegen das nationalsozialistische Deutschland. Moskau erklärt die anhaltende Dauer des Krieges nun damit, dass es in der Ukraine gegen den gesamten Westen kämpfe, obwohl die NATO bislang keine Truppen entsandt hat. Unterstützt wird die Ukraine jedoch durch westliche Waffenlieferungen, um ihre Verteidigung zu stärken.

