Russlands Präzisionsangriff trifft zivile Ziele – Kiew fordert Konsequenzen
Infolge eines heftigen Raketenangriffs auf die ukrainische Stadt Krywyj Rih, der zahlreiche Todesopfer und Verletzte forderte, erhebt die ukrainische Regierung schwere Vorwürfe gegen Moskau und beschuldigt die russischen Streitkräfte der gezielten Kriegführung gegen Zivilisten. In den letzten 24 Stunden sind Angriffe auf Krywyj Rih, Charkiw und ein Kraftwerk in Cherson erfolgt – trotz eines bestehenden Abkommens zum Schutz von Energieinfrastrukturen. Präsident Wolodymyr Selenskyj prangerte in seiner abendlichen Videobotschaft die russischen Militäraktionen an und betonte, dass alle Versprechen Russlands letztlich in Kriegsgerät enden.
In der Industriemetropole Krywyj Rih, die ungefähr 70 Kilometer von der Frontlinie entfernt liegt, führte eine in ein Wohngebiet geschlagene Rakete nach Angaben der örtlichen Behörden zum Tod von 18 Menschen, darunter neun Kinder. Zahlreiche Gebäude in der Umgebung wurden beschädigt. Ein weiteres Leben forderte ein darauf folgender Angriff. Selenskyj zeigte sich entsetzt und machte deutlich, dass diese Angriffe zu keiner Feuerpause führen würden. Die internationale Gemeinschaft, insbesondere die USA und Europa, müsse mehr Druck auf Russland ausüben, um ein Ende des Konflikts zu erzwingen.
Die russische Seite bestätigte den Schlag als präzise Aktion gegen ein Restaurant, das als Treffpunkt für ukrainische und ausländische Militärführer diente, und bezifferte die gegnerischen Verluste auf 85. Über zivile Opfer schwieg Moskau aber. Der ukrainische Generalstab bezeichnete diese Darstellung als Propaganda und betonte den zivilen Charakter des beschossenen Gebiets. Der Raketenangriff auf Charkiw mit Drohneneinsatz zeigt nach Ansicht Selenskyjs, dass gezielte Angriffe auf Energieanlagen kein Zufall sind. Ein Moratorium, vermittelt zwischen US-Präsident Trump und Kremlchef Putin, wurde seitdem immer wieder gebrochen.
Während in der russischen Stadt Tschapajewsk ukrainische Drohnenangriffe gemeldet wurden, die Brände aber keine Verletzten zur Folge hatten, verhandelt die Ukraine mit Frankreich und Großbritannien über die Stationierung von Schutztruppen. Kiew sieht Fortschritte hinsichtlich europäischer Sicherheitsgarantien, jedoch treffen diese Aussichten auf Widerstand aus Moskau. Erste positive Anzeichen gelangen durch den Kreml-Sondergesandten Dmitrijew, der Sicherheitsbedürfnisse der Ukraine in Betracht zu ziehen bereit ist.
Die USA, vertreten durch Außenminister Marco Rubio, bleiben skeptisch und erwarten in naher Zukunft konkrete Fortschritte von russischer Seite. Präsident Trump hält derweil an einer klaren Linie fest, die jedoch eine Neubewertung der Situation erfordern könnte, sollte sich keine konstruktive Friedensbereitschaft seitens Moskaus zeigen.

