Russlands Notenbank senkt Leitzins trotz anhaltender Unsicherheit
Inmitten eines gedämpften Wirtschaftsausblicks hat die russische Zentralbank ihren Leitzins erneut gesenkt und bemüht sich damit, die wirtschaftlichen Bedingungen zu stützen. Mit einer Reduktion um 0,5 Prozentpunkte auf nun 16,5 Prozent reagiert die Bank auf die jüngsten Herausforderungen in der russischen Wirtschaft. Obwohl die Erwartungen der Volkswirte nach einer stärkeren Senkung auf 16 Prozent fehlgingen, stellt dieser Schritt den vierten in Folge dar, und zeugt von der Entschlossenheit, die wirtschaftliche Balance zu finden. Noch im April befand sich der Zinssatz bei 21 Prozent.
Trotz eines Rückgangs der Inflationsrate auf etwa acht Prozent im September bleibt das angestrebte Ziel von vier Prozent ein ehrgeiziges Vorhaben der Zentralbank. Zusätzliche Herausforderungen sind durch steigende Inflationserwartungen und die bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung im Jahr 2026 vorprogrammiert. Außerdem belasten die kürzlich von den USA und der Europäischen Union verhängten Sanktionen weiterhin die russische Außenhandelsbilanz.
Vor dem Hintergrund eines gestärkten Rüstungssektors, der expandierte, um den anhaltenden Konflikt zu unterstützen, gerät die Privatwirtschaft ins Straucheln. Hohe Zinsen und ein Mangel an Arbeitskräften führen zu steigenden Löhnen, die letztlich eine Ausweitung der Produktion verhindern und Preisdruck aufrecht erhalten. Diese breit gefächerten wirtschaftlichen Schwierigkeiten werfen weiterhin einen Schatten auf den Weg zu Stabilität und Wachstum.

