Russland verstärkt Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine: Ein ernster Verstoß
Nach neuesten Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND) und zweier niederländischer Geheimdienste intensiviert Russland den Einsatz von Chemiewaffen in der Ukraine. Laut gemeinsamer Aussage des BND, des niederländischen Militärdienstes (MIVD) und des niederländischen Nachrichtendienstes (AIVD) zählen Tränengase und Chlorpikrin mittlerweile zu den Standardmethoden der russischen Truppen.
Diese Praxis steht im klaren Widerspruch zum Chemiewaffenabkommen, welches den Einsatz solcher Kampfstoffe weltweit verbietet. Chlorpikrin, bekannter als Trichlornitromethan, gehört zu den Lungenkampfstoffen und wurde bereits im Ersten Weltkrieg, markiert mit einem grünen Kreuz, unter dem Namen Grünkreuz-1 eingesetzt. In hohen Konzentrationen birgt dieser chemische Stoff tödliche Gefahren, insbesondere in geschlossenen Räumen.
Der Einsatz solcher Mittel stellt somit einen ernsten Bruch des Chemiewaffenübereinkommens dar. Nach Berichten der Geheimdienste unterstützen Russlands Führung und spezialisierte Abwehrtruppen aktiv die verbotenen Einsätze solcher Kampfmittel. Die kontinuierlichen Investitionen in das Chemiewaffenprogramm und die Erweiterung der Forschungskapazitäten deuten auf eine anhaltende Bedrohung hin.
Der ukrainische Verteidigungsminister berichtet von über 9.000 Einsätzen chemischer Substanzen im militärischen Konflikt, welche zu mindestens drei bestätigten Todesfällen führten. Indirekt erhöhen solche Einsätze die Opferzahlen, da ukrainische Soldaten aufgrund der chemischen Bedrohung ihre Deckung verlassen müssen und dann konventionellen Angriffen ausgesetzt sind.
In einer Informationsveranstaltung des ukrainischen Generalstabs für Militärenchte für Militärsattachés in Kiew wurde erläutert, dass Russland keine tödlichen chemischen Kampfstoffe eingesetzt habe, jedoch verstoße die Nutzung der Mittel gegen Genfer Konventionen. Die von der Ukraine übermittelte Dokumentation an die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) verzeichnete mehr als 9.700 Einsätze gefährlicher chemischer Kampfstoffe durch russische Truppen.

