Rumäniens Annullierung der Präsidentschaftswahl - Gegenmaßnahmen gegen mutmaßliche russische Einflussnahme
Rumänien hat mit der Absage der entscheidenden Präsidentschaftswahl nur zwei Tage vor ihrem geplanten Termin für Aufsehen gesorgt. Anlass für diesen umstrittenen Schritt waren Vorwürfe, Russland habe die Social-Media-Plattform TikTok genutzt, um den rechtsextremen Kandidaten Călin Georgescu zu unterstützen. Georgescu, bisher eher ein Außenseiter, hatte in der ersten Wahlrunde überraschend 23 Prozent der Stimmen erhalten – ein Ergebnis, das vom Obersten Gerichtshof ebenfalls annulliert wurde.
Georgescu, ein 62-jähriger Bodenwissenschaftler, befürwortet die Ansichten früherer faschistischer Führungspersönlichkeiten Rumäniens und kritisiert die Verpflichtungen des Landes gegenüber der EU und der NATO. Seine Ansichten sorgen für Beunruhigung innerhalb Rumäniens und unter seinen Alliierten. Georgescu selbst sowie Moskau bestreiten jede Verbindung zueinander, obwohl er den russischen Präsidenten Putin als "Patrioten" beschrieben hat. Seine späte Welle der Unterstützung könnte auch durch Stimmen eines disqualifizierten Mitbewerbers sowie durch eine geschickte Social-Media-Kampagne erklärt werden.
In jenen Kampagnen sieht das Innenministerium Parallelen zu russischen Einflussnahmen, die bereits in Ländern wie Moldawien zu beobachten waren. Berichte sprachen von Cyber-Angriffen und Informationslecks, die Georgescu zu Gute kamen. Vor allem TikTok und andere Plattformen sollen durch ein Netzwerk bezahlter Influencer für die Verbreitung seiner Botschaften gesorgt haben, was TikTok jedoch bestreitet.
Der Eingriff des Verfassungsgerichts zeigt Schwierigkeiten innerhalb der rumänischen demokratischen Prozesse auf. Kritiker werfen den Institutionen vor, einen unliebsamen radikalen Kandidaten zu blockieren. Die vorläufige Annullierung gibt den Wählern 2024 jedoch die Chance auf eine gesetzeskonforme Wahl. Die Vorfälle in Rumänien sind ein Weckruf für Europa, da soziale Medien immer wieder für externe Einflussnahmen genutzt werden. Eine Verschärfung von Vorschriften im Bereich Parteienfinanzierung und Werbung ist vital, um solche Herausforderungen künftig zu meistern.

