Rufe nach Solidarität und einer Milliardärs-Steuer: Brot für die Welt warnt vor Kürzungen
Die renommierte Hilfsorganisation "Brot für die Welt" hat mit Nachdruck von der deutschen Bundesregierung gefordert, die geplanten finanziellen Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit rückgängig zu machen. Diese Einsparungen seien eine "Katastrophe", so die eindringlichen Worte von Präsidentin Dagmar Pruin in Berlin. Aufgrund der von US-Präsident Donald Trump initiierten Einsparungen, könnte bis 2030 der Tod von zusätzlichen 14 Millionen Menschen durch Hunger und Krankheit drohen.
Der aktuelle Haushaltsentwurf der Bundesregierung sieht vor, das Budget des Entwicklungsministeriums auf 10,27 Milliarden Euro zu reduzieren. Dies bedeutet eine Reduzierung um beeindruckende 940 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, was den größten Einschnitt bei allen Einzelplänen darstellt. Dennoch sind für das folgende Jahr zusätzliche Kürzungen vorgesehen.
Als mögliche Lösung brachte Pruin die Einführung einer Steuer für Milliardäre ins Spiel. Sollte es zu den Einsparungen kommen, müsste "Brot für die Welt" gezwungenermaßen verschiedene Projekte einstellen und einige Länder komplett verlassen. Im vergangenen Jahr unterstützte die Organisation insgesamt 2.107 Projekte in 80 Ländern, wobei 332,3 Millionen Euro bereitgestellt wurden. Hierbei trug die Bundesregierung 167,9 Millionen Euro bei, was bereits eine Reduzierung von rund fünf Millionen Euro im Vergleich zu 2023 darstellt.
Pruin mahnte, die Bundesregierung solle sich auf die Werte Solidarität und Mitmenschlichkeit besinnen. Zur Gegenfinanzierung schlug sie vor, eine globale Steuer für Milliardäre einzuführen, eine Maßnahme, die ihrer Meinung nach längst überfällig sei.

