Rüstungsindustrie als tragende Säule der deutschen Wirtschaft?
Die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat in einer Rede in Kassel die Bedeutung der Rüstungsindustrie für die Stabilität und Resilienz der deutschen Wirtschaft unterstrichen. Seit dem Fall der Mauer habe dieser Sektor möglicherweise an Beachtung verloren, doch der Ukrainekonflikt mache deutlich, wie essenziell Verteidigungsfähigkeit für das Land sei.
Der Besuch des Rüstungsgiganten KNDS, Produzent des renommierten Leopard 2, bot den passenden Rahmen für diese Aussage. Reiche betonte, dass die Verbindung von Wirtschafts- und Sicherheitspolitik untrennbar sei.
Die Rüstungsindustrie zeige nicht nur technologischen Fortschritt, sondern auch beachtliches Wachstumspotenzial, das gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Schwächephase als Chance gesehen werden könne. Eine Beteiligung des Staates an KNDS, dessen Eigentümerhistorie ein interessantes Kapitel deutsch-französischer Kooperation darstellt, wurde von der Ministerin jedoch nicht konkret beurteilt, sondern an Verteidigungsminister Boris Pistorius verwiesen.
Parallel arbeitet die Bundesregierung an einer substanziellen Stärkung der Bundeswehr, angesichts der Bedrohungen durch die russische Invasion in der Ukraine. Hierzu zählt eine deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben und Anpassungen gesetzlicher Rahmenbedingungen, die den Ausbau der Rüstungsfähigkeit beschleunigen sollen.
Zentral sei laut Reiche auch die vertiefte Zusammenarbeit innerhalb der NATO, um die Interoperabilität der Verteidigungssysteme zu gewährleisten.

