Rücksetzer an den europäischen Börsen: Rohstoffsektor trumpft auf, Lebensmittelproduzenten schwächeln

Die europäischen Aktienmärkte erlebten zum Beginn der verkürzten Weihnachtshandelswoche ein leichtes Minus. Insbesondere der EuroStoxx 50 verzeichnete einen Rückgang um 0,29 Prozent und schloss bei 5.743,69 Punkten. Trotz dieses Dämpfers hat der wichtigste Aktienindex der Eurozone seit Beginn des Jahres einen beeindruckenden Zuwachs von rund 17 Prozent verzeichnet. In Großbritannien fiel der FTSE 100 um 0,32 Prozent und endete bei 9.865,97 Zählern, während der Schweizer SMI marginal um 0,06 Prozent auf 13.163,66 Punkte nachgab.
Dennoch brillierte der Rohstoffsektor mit kräftigen Gewinnen, allen voran die britischen Branchenvertreter. Antofagasta und Rio Tinto legten um 0,9 beziehungsweise 1,6 Prozent zu. Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank führte dies auf den anhaltenden Kupferengpass zurück. Der Boom im Bereich der Künstlichen Intelligenz sorgt für eine starke Nachfrage nach Chips, was wiederum den Kupferbedarf hoch hält. Engpässe in bedeutenden Minen und zusätzlicher Bedarf aus Bereichen wie Elektrifizierung und alternative Energien belasten jedoch das Angebot.
Ein noch stärkeres Wachstum zeigten die Gold- und Silberminenbetreiber Endeavour Mining und Fresnillo, die sich aufgrund der soliden Nachfrage nach den Edelmetallen erfreuen konnten. Die Aktien von Endeavour Mining stiegen um fast zwei Prozent, während Fresnillo mit einem Anstieg von knapp drei Prozent die Spitze des FTSE 100 erklomm.
Am anderen Ende der Skala fanden sich die Nahrungsmittel- und Getränkehersteller wieder. AB Inbev büßte im EuroStoxx 50 deutliche 2,5 Prozent ein, während Danone und Nestle jeweils ein Prozent abgeben mussten. Hintergrund ist Chinas Ankündigung vorläufiger Anti-Subventionsabgaben auf EU-Milchprodukte, die auf die Stimmung drückte.
Besonders unter Druck gerieten die Windturbinenhersteller. Aufgrund nationaler Sicherheitsbedenken setzen die USA die Pachtverträge für fünf vor der Ostküste geplante Windparks aus. Diese Entwicklung sorgt für neue Unsicherheiten in einem Sektor, der bereits mehrfach von der US-Regierung unter Ex-Präsident Donald Trump kritisiert wurde. Die Aktien von Orsted stürzten um nahezu 13 Prozent ab, während Vestas fast drei Prozent einbüßten.

