Rückläufige Inflation in Tokio: Zinspolitik der Bank of Japan im Fokus
Die Inflation im Großraum Tokio zeigt einen anhaltenden Rückgang und beeinflusst somit die Zinsdiskussion der Bank of Japan erheblich. Im August verzeichneten die Verbraucherpreise in der Metropole einen Anstieg von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie offizielle Angaben am Freitag enthüllten. Dies markiert einen deutlichen Rückgang von den 2,9 Prozent im Juli und den 3,1 Prozent im Juni. Diese Entwicklung nähert sich dem angestrebten Inflationsziel der Zentralbank von zwei Prozent an und entspricht den Erwartungen vieler Wirtschaftsexperten.
Diese Preisentwicklung wird durch den ebenfalls geringen Anstieg der allgemeinen Inflationsrate im Großraum Tokio untermauert, die leicht auf 2,6 Prozent zurückgegangen ist. Da diese Daten als zuverlässiger Indikator für die nationale Inflationsentwicklung gelten, ist die Aufmerksamkeit der Finanzmärkte gewiss.
Michael Pfister, Analyst bei der Commerzbank, kommentierte diese Entwicklung mit der Anmerkung, dass der bisherige Inflationsdruck durch Lebensmittel nun merklich nachlasse und den Erwartungen an eine baldige Leitzinserhöhung die Energie nehme. Die japanische Notenbank hatte zuletzt Ende Juli den Leitzins unverändert bei 0,50 Prozent belassen und steht Mitte September vor der nächsten Zinssitzung.
Ergänzend zu den Inflationszahlen könnte der unerwartete Rückgang in Japans Industrieproduktion im Juli für zurückhaltende Zinsentscheidungen sprechen. Die Produktion fiel um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, was einen überraschenden Rückgang darstellt, nachdem sie im Vormonat um 2,1 Prozent gestiegen war.

