Rückkehr der US-Börsen: Ein Comeback im globalen Markt
Nachdem die globalen Märkte zu Jahresbeginn durch die aggressiven Zollmaßnahmen von Präsident Donald Trump erschüttert wurden, kehren Investoren nun wieder verstärkt an den US-Markt zurück. Die US-Aktien notieren derzeit mit beeindruckenden Gewinnen und machen der europäischen Konkurrenz ihre vorherige Outperformance streitig. So verzeichnet der S&P 500 aktuell ein Plus von 13 % im bisherigen Jahresverlauf, während der Nasdaq um 17 % zulegte. Noch im Juni hatten beide Indizes in diesem Jahr lediglich 5 % im Plus gestanden, nun setzen sie neue Rekordhochs. In der Zwischenzeit hat der DAX in Deutschland bis dato 19 % zugelegt, allerdings mit leichtem Rückgang von seinem 20%-Plus im Juni. Der britische FTSE 100 stieg von 8 % im Juni auf nunmehr 13 %, während der MSCI Europe-Index von 21 % auf 25 % zulegen konnte. Chinas Hang Seng Index überflügelt jedoch alle mit einem Anstieg von 32 % in diesem Jahr.
Das Sentiment in Europa hat sich deutlich gewandelt, insbesondere wegen Bedenken hinsichtlich der Defizitaussichten im Vereinigten Königreich und Frankreich, während das Wirtschaftswachstum hinter den Erwartungen zurückbleibt. Zudem haben sich Hoffnungen auf umfangreiche staatliche Investitionen und Deregulierungsmaßnahmen bislang nicht erfüllt. Besonders außerhalb Deutschlands sind Investoren ernüchtert über die stockende Umsetzung versprochener Konjunkturimpulse, wie Analysten der Deutschen Bank verlauten ließen.
Gleichzeitig entfalten die US-Märkte durch die anhaltende Euphorie rund um die KI-Revolution, das Abflauen der Handelskonflikte, starke Unternehmensgewinne und konsistente BIP-Zuwächse, verbunden mit Steuersenkungen und einer Rückkehr zu geldpolitischen Lockerungen der Fed, beachtlichen Schwung. Die Zinssenkung der Fed am Mittwoch, die erste seit Dezember, wird von vielen an der Wall Street trotz der kritischen Haltung von Vorsitzendem Jerome Powell als potenzieller weiterer Rückenwind für US-Aktien gesehen. Der Schritt, als „risikobasierte Kürzung“ beschrieben, deutet laut einigen Analysten auf voraussichtliche weitere Zinssenkungen hin. Citi Research sieht in der Marktreaktion eine insgesamt positivere Botschaft und rechnet mit weiteren Senkungen um 75 Basispunkte im laufenden Jahr. JPMorgan-Strategen wiesen darauf hin, dass in typischen Zyklen der Lockerung die S&P 500 im zweiten Jahr um durchschnittlich 26,5 % steigt, vorausgesetzt eine Rezession bleibt aus. Die durch die Fed initiierten Zinssenkungen könnten die US-Börsen weiter stützen, den Konsum, Investitionen und Unternehmensrückkäufe fördern, und so den Wettbewerbsvorteil gegenüber den europäischen Märkten ausbauen.

