Rückkehr der Kapitalanleger: Niedrigzinsen und Mieten treiben Immobilienmarkt an
Sinkende Zinsen und steigende Mieten verleihen dem Immobilienmarkt in Deutschland frischen Aufwind. Wie Kreditvermittler berichten, verzeichnen Banken eine verstärkte Nachfrage von Kapitalanlegern, während Großinvestoren allmählich zurückkehren. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den anziehenden Preisen wider, besonders bei Mehrfamilienhäusern.
Der Münchner Kreditvermittler Interhyp hebt hervor, dass das Interesse von Anlegern im vergangenen Jahr im Vergleich zu Eigennutzern spürbarer gewachsen ist. Vorstandschef Jörg Utecht erläutert, dass 25 Prozent der über Interhyp abgeschlossenen Finanzierungen im Jahr 2024 auf Kapitalanlagen entfielen, ein Anstieg gegenüber 22 Prozent im Vorjahr. Im letzten Quartal beschleunigte sich dieser Trend weiter, wobei Kapitalanleger für 26 Prozent der Finanzierungen verantwortlich waren.
Nachdem die hohen Zinsen der Vergangenheit den Markt gebremst hatten, stabilisierte sich dieser nun dank vorübergehend gesunkener Zinsen. Die steigende Mietentwicklung erhöht zudem die Renditeaussichten für Investoren, erklärt Utecht. Auch der Frankfurter Kreditvermittler Hüttig & Rompf beobachtet eine ähnlich dynamische Entwicklung, mit einem 27-prozentigen Anstieg der Baufinanzierungen für Kapitalanleger.
Die Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP) unterstreichen den Druck auf die Mieten; die Neuvertragsmieten in Mehrfamilienhäusern stiegen um 4,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Großinvestoren zeigen ebenfalls gesteigertes Interesse, da die Preise für Mehrfamilienhäuser überdurchschnittlich stark um 2,9 Prozent zulegten.
Obwohl diese Bewegung gewisse Belebungszeichen zeigt, bleibt der Marktforscher Stephan Kippes vom Immobilienverband Deutschland vorsichtig optimistisch. Wohnraum bleibt knapp, während die Nachfrage in Metropolen wie München und Stuttgart ungebrochen hoch ist. Die Aussichten: Steigende Mieten, aber kein neuer Boom bei den Kaufpreisen in Sicht.

