Rückgang der Inflation in der Eurozone: Signal zur Entlastung für die EZB?
Die Inflationsrate in der Eurozone ist überraschend zurückgegangen, was kurz vor dem bevorstehenden Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) im April neue Diskussionen entfacht. Laut Eurostat sank die Teuerungsrate im März auf 2,2 Prozent, ein Rückgang gegenüber den 2,3 Prozent im Vormonat. Dies markiert bereits den zweiten aufeinanderfolgenden Rückgang, was einige Ökonomen spekulieren lässt, dass die EZB ihre geldpolitischen Schritte anpassen könnte.
Mit einem Zielwert von zwei Prozent für die Inflation hat die EZB bereits sechs Mal seit 2024 die Zinsen gesenkt. Der Einlagenzinssatz, der besonders für Banken und Sparer von Bedeutung ist, liegt derzeit bei 2,5 Prozent. Auch in Deutschland zeigt sich eine ähnliche Entwicklung mit einer abgeflauten Inflationsrate von 2,2 Prozent im März. Experten haben ihre Erwartungen entsprechend angepasst: Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, sieht eine Zinssenkung eher als wahrscheinlich an. Thomas Gitzel von der VP Bank stimmt dem zu und sieht die "Ampeln auf Grün".
Ein wesentlicher Faktor für die rückläufige Teuerungsrate sind gesunkene Energiepreise, die im Jahresvergleich um 0,7 Prozent fielen. Auch das Preiswachstum im Dienstleistungssektor hat sich abgeschwächt. Die sogenannte Kerninflation, die schwankungsanfällige Preise ausklammert, ging auf 2,4 Prozent zurück. Diese Kennzahl gilt als stabiler Indikator und ist ein entscheidendes Element für die geldpolitischen Entscheidungen der EZB.

