Rückgang der Armutsgefährdung bei Senioren – Eine zweischneidige Entwicklung

Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen einen leichten Rückgang der Zahl armutsgefährdeter Senioren in Deutschland. Im Jahr 2025 waren rund 3,45 Millionen Menschen in der Altersgruppe der über 65-Jährigen betroffen, ein Rückgang gegenüber 3,54 Millionen im Jahr 2024. Diese Statistik, abgefragt vom Bündnis Sahra Wagenknecht, offenbart jedoch einen gleichzeitigen Anstieg des Anteils der Armut in dieser Bevölkerungsgruppe von 19,6 auf 19,7 Prozent. Der Hintergrund für diese paradox erscheinende Entwicklung liegt im Rückgang der Gesamtzahl der Senioren, die von 18,06 Millionen im Jahr 2024 auf 17,49 Millionen im Jahr 2025 gesunken ist. Damit im Einklang zeigt sich eine deutliche geschlechtsspezifische Disparität: 21,5 Prozent der älteren Frauen sind armutsgefährdet, während der Anteil bei Männern mit 17,5 Prozent niedriger ist.
Sahra Wagenknecht, Parteigründerin des Bündnis Sahra Wagenknecht, übte harsche Kritik an politischen Entscheidungsträgern. Sie wirft ihnen Zynismus vor, angesichts der Diskussionen über Rentenkürzungen. "Deutschland entwickelt sich zu einer Abstiegsgesellschaft, insbesondere für Rentner", kommentierte Wagenknecht und stellte klar, dass Armutsrenten nach jahrzehntelanger Arbeit mit der Vorstellung einer gerechten Gesellschaft unvereinbar sind.
Die Messung der Armutsgefährdung erfolgt im Kontext des allgemeinen Wohlstands. In der EU gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. Für Einzelpersonen lag diese Grenze im Jahr 2025 bei 1.446 Euro netto monatlich.
Wagenknecht hebt lobend das österreichische Rentensystem hervor, bei dem alle in das System einzahlen und die Renten daher höher ausfallen. Diese Einschätzung hat sie bereits mehrfach geäußert und sieht darin ein erstrebenswertes Modell für die deutsche Politik.

