Rückbau der alten Telefonzellen: Telekom im "Schneckentempo" unterwegs

Die ambitionierten Pläne der Deutschen Telekom, bis Ende 2025 sämtliche öffentlichen Telefonzellen in Deutschland abzubauen, werden durch den behäbigen Fortschritt der Rückbaumaßnahmen getrübt. Diese einst allgegenwärtigen, nun jedoch ausgedienten Kommunikationsinseln wurden angesichts der digitalen Revolution und der allgegenwärtigen Nutzung von Mobiltelefonen längst obsolet.
Nachdem die letzten Geräte im Januar 2023 abgeschaltet wurden, bleibt die nostalgische "Schneckenpost" in Form von Telefonstelen und -häuschen in Städten wie Düsseldorf und Berlin weiterhin bestehen. Die Sorge der Bürger über die ästhetische Beeinträchtigung ihrer Stadtbilder wächst, während der Bonner Telekom-Riese mit der Komplexität der Demontage kämpft. Mehrere aufeinanderfolgende Gewerke, umfassende Tiefbaumaßnahmen und notwendige behördliche Genehmigungen bremsen den Prozess deutlich.
Kommunen wie Tübingen reagieren verärgert. Der Oberbürgermeister Boris Palmer kritisiert das sich hinziehende Vorgehen und deutet an, dass eine Sondernutzungsgebühr auf die unansehnlichen Überbleibsel eingeführt werden könnte. Die geduldige Stadt Bochum berichtet von Kommunikationsschwierigkeiten mit der Telekom, die es bisher versäumt hat, klare Zeitpläne zu liefern.
Etwa 70 Prozent der betroffenen 1800 Städte und Gemeinden sind inzwischen weitestgehend von den veralteten Telefonen befreit. Doch in den verbleibenden 30 Prozent scheint die Telekom im "typischen Deutschlandtempo", wie Palmer es nennt, voranzuschreiten. Ein genaues Datum, wann die Rekultivierung der Landschaft vollendet sein wird, lässt der Telekom-Sprecher offen, versichert aber, dass der Konzern weiter Schritt für Schritt an der Lösung arbeitet, überzeugt von seiner Fortschrittsstärke auf dem Weg zur Innovation.

