Rohstoff-Allianz: Deutschland und Australien intensivieren Zusammenarbeit

Um die Versorgungssicherheit zu stärken, suchen Deutschland und Australien die engere Zusammenarbeit beim Import kritischer Rohstoffe. „Australien ist ein essenzieller Partner zur Diversifikation unserer Lieferketten“, erklärte Außenminister Johann Wadephul nach einem Treffen mit seiner Amtskollegin Penny Wong in Canberra. Besonders Lithium, das in Australien in großen Mengen abgebaut wird, steht im Fokus. Dieses Mineral spielt eine entscheidende Rolle in modernen Technologien, etwa in der Herstellung von Batterien für Elektrofahrzeuge und Smartphones.
Die weltweit größte Hartgestein-Lithiummine, die knapp 20 Prozent der globalen Produktion liefert, befindet sich bei Greenbushes in der Nähe von Perth. Neben Lithium verfügt Australien über beträchtliche Vorkommen an seltenen Erden wie Neodym und Terbium, die für Hochleistungsmagnete benötigt werden. Wadephul bemerkte, dass der Einstieg in diesen Rohstoffmarkt kostspielig sei, doch für Deutschland von entscheidender Bedeutung.
Ein weiterer Baustein dieser Kooperation ist das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien. Aktuell laufen Verhandlungen nach einem vorübergehenden Stopp im Jahr 2023 aufgrund von Disputen über Agrarimporte. Wadephul und Wong betonten die Dringlichkeit einer baldigen Einigung. „In einer Zeit globaler Herausforderungen und Veränderungen ist solch ein Abkommen von strategischer Bedeutung“, so Wong, während Wadephul auf den beidseitigen Nutzen für EU und Australien verwies.

