Robuste US-Arbeitsmarktdaten dämpfen Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen
Der jüngste Bericht des US-Arbeitsministeriums zeichnet ein Bild von anhaltender Robustheit des Arbeitsmarktes im Juni und übertrifft damit erneut die Prognosen von Volkswirten. Während die Zahl der neuen Arbeitsplätze jenseits der Landwirtschaft um 147.000 stieg, sank die Arbeitslosenquote deutlicher als erwartet. Diese Entwicklungen lassen die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen in den USA schwinden, auch wenn nur die Lohnentwicklung hinter den Erwartungen zurückblieb.
Bereits im vierten Monat in Folge wurden die Erwartungen hinsichtlich des Beschäftigungsaufbaus übertroffen, da Volkswirte ursprünglich mit lediglich 106.000 neuen Stellen rechneten. Zusätzlich wurden die Zahlen der beiden vorherigen Monate um insgesamt 16.000 Stellen nach oben korrigiert. Dennoch stiegen die durchschnittlichen Stundenlöhne im Juni nur um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat und blieben damit hinter der erwarteten Steigerung von 0,3 Prozent.
Obwohl die Löhne im Jahresvergleich um 3,7 Prozent zulegten, äußern sich Ökonomen verhalten. Christoph Balz von der Commerzbank weist darauf hin, dass die Wirtschaft an Dynamik verliere, da lediglich 74.000 neue Stellen im privaten Sektor geschaffen wurden und in konjunktursensiblen Bereichen wie Industrie und Unternehmensnahen Dienstleistungen die Beschäftigung stagniere. Interessanterweise entstanden die meisten neuen Arbeitsplätze im Bildungsbereich auf der Ebene der Bundesstaaten und lokalen Gebietskörperschaften.
Die von US-Präsident Donald Trump geforderten Zinssenkungen durch die Fed könnten sich verzögern, da die Zentralbank möglicherweise noch die Auswirkungen der Handelszölle auf die Inflation abwarten möchte. Der US-Dollar reagierte auf die neuen Daten mit Zuwächsen gegenüber wichtigen Währungen, was den Euro auf einen Tagestiefstand von 1,1718 US-Dollar sinken ließ. Während die Aktienmärkte Kursgewinne verbuchten, verloren US-Staatsanleihen merklich an Wert.

