Rivalität um Warner Brothers: Trump hält sich zurück

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass er sich nicht mehr in den Übernahmekampf um den Film- und Medienriesen Warner Brothers einmischen wird. In einem Interview mit dem Fernsehsender NBC betonte er, dass das Justizministerium die Angelegenheit klären würde, nachdem er zuvor angedeutet hatte, eine aktivere Rolle einzunehmen. Diese Entscheidung markiert eine neue Wendung in der Spannung um die Übernahmeverhandlungen.
Gleich zwei große Gebote liegen auf dem Tisch: Netflix bietet 83 Milliarden Dollar für das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Brothers, während die Sendergeschäfte, darunter CNN, abgespalten werden sollen. Gleichzeitig hat Paramount ein Angebot über 108,4 Milliarden Dollar für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery inklusive sämtlicher Fernsehsender vorgelegt. Trotz des niedrigeren Angebots hat das Management von Warner Brothers dem Vorschlag von Netflix den Vorzug gegeben, was Paramount dazu veranlasst hat, direkt die Aktionäre anzusprechen. Der Ausgang des Interessenkonflikts bleibt bis auf Weiteres unklar.
Besonders umstritten ist die Zukunft von CNN, dem oft eine kritische Berichterstattung gegenüber Trump vorgeworfen wird. Trump hatte im vergangenen Dezember gefordert, dass CNN den Besitzer wechseln müsse, um die Verbreitung vermeintlicher „Lügen“ zu stoppen. Paramount, das letztes Jahr von der Trump-nahen Familie Ellison übernommen wurde, geriet ebenfalls ins Kreuzfeuer der Kritik, da befürchtet wird, dass die Unabhängigkeit von CNN unter neuer Führung eingeschränkt sein könnte.
Die Sorge um Marktanteile bleibt bestehen. Trump äußerte im vergangenen Dezember auch Bedenken über die dominante Marktstellung von Netflix im Streaming-Bereich und die möglichen Auswirkungen auf die Übernahmepläne. Dennoch scheint der Präsident nun beschlossen zu haben, sich von der Angelegenheit fernzuhalten – auch wenn Justizministerin Pam Bondi als loyale Unterstützerin Trumps gilt und das letzte Wort haben wird.

