Rindfleisch mit höheren Tierhaltungsstandards im Aufwind: Neue Impulse für den Markt
In deutschen Supermärkten zeichnet sich ein erfreulicher Trend zu mehr Rindfleischprodukten mit höheren Tierhaltungsstandards ab. Brancheninformationen zufolge hat die Einführung der Kennzeichnungssysteme im Handel dazu geführt, dass der Anteil von Rindfleisch aus Haltungsstufe 1 signifikant abnimmt. Während im Jahr 2023 noch 75,6 Prozent des Rindfleisches in den SB-Regalen aus dieser unteren Stufe stammten, sank dieser Anteil für 2024 auf 62,4 Prozent.
Der wachsende Anteil von Rindfleisch aus der Stufe 3, die höheren Raum und andere Tierwohl-Anforderungen bietet, betont diesen positiven Wandel. In Kühlregalen stieg der Anteil von 5,6 Prozent im Vorjahr auf 16,7 Prozent. Auch in den Bedientheken zeigt sich ein erfreulicher Zuwachs, hier wuchs der Anteil der Stufe 3 auf 34,7 Prozent, während der von Stufe 1 auf 42,2 Prozent sank.
Das Kennzeichnungssystem, das seit 2019 von Supermarktketten für Fleisch, Geflügel und Milchprodukte eingesetzt wird, umfasst fünf Stufen mit steigenden Anforderungen an die Tierhaltung. Der geplante Start eines staatlichen Pflicht-Logos für Schweinefleisch im Jahr 2027 könnte diesen Trend weiter verstärken.
Auch bei Geflügelfleisch macht sich die höhere Nachfrage bemerkbar: Stufe 3 verbucht nun bei Putenfleisch einen deutlichen Zuwachs auf 18,6 Prozent. Im Bereich Schweinefleisch dominiert nach wie vor Stufe 2, wobei der Anteil der untersten Stufe 1 zuletzt leicht von 1,5 auf 3,7 Prozent gestiegen ist – dies hauptsächlich durch Marktschwankungen beeinflusst.
Mit Blick auf die steigende Bedeutung von Stufe 3 bereiten sich Landwirte auf neue Anreize vor. Die „Initiative Tierwohl“ plant ab 2026 zwei neue Programme mit attraktiven Preisaufschlägen für die Stufen 3 und 4. Derzeit partizipieren etwa 13.000 Betriebe am Programm für Stufe 2, welches bei Rindern 20 Prozent des Marktes abdeckt.

