Pressefreiheit in den USA

Richter: Presseregeln des Pentagons sind verfassungswidrig

21. März 2026, 05:28 Uhr · Quelle: dpa
«New York Times»
Foto: Mark Lennihan/AP/dpa
Die «New York Times» hatte Erfolg mit ihrer Klage gegen das Pentagon. (Archivbild)
Das US-Verteidigungsministerium hat weite Teile seines Pressekorps durch regierungsfreundliche Medien ersetzt - zur Freude Donald Trumps. Eine Zeitung klagte gegen die verschärften Regeln. Mit Erfolg.

Washington (dpa) - Im Kampf um Pressefreiheit in den USA hat die Regierung von Präsident Donald Trump eine juristische Niederlage gegen kritisch berichtende Medien wie die «New York Times» erlitten. Ein Bundesrichter in der Hauptstadt Washington erklärte die vor einem halben Jahr vom Pentagon verhängten Regelverschärfungen für Journalisten bei deren Berichterstattung für verfassungswidrig.

Gerade in Kriegszeiten sei es «wichtiger denn je, dass die Öffentlichkeit Informationen darüber bekommt, was ihre Regierung tut - und dies aus verschiedenen Perspektiven», hieß es in der Urteilsbegründung von Richter Paul Friedman, der die US-Militärinterventionen in Venezuela und dem Iran als Beispiele nannte. Eine freie Presse sei wichtig für alle Amerikaner, damit sie «Regierungspolitik unterstützen können, wenn sie sie unterstützen wollen; dagegen protestieren können, wenn sie protestieren wollen; und auf Basis umfassender, vollständiger und frei erhältlicher Informationen darüber entscheiden können, für wen sie bei der nächsten Wahl stimmen wollen».

Das US-Verteidigungsministerium, das sich inzwischen Kriegsministerium nennt, kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an.

Fast alle großen US-Medienhäuser stellten sich quer

Die neuen Richtlinien waren im Oktober eingeführt worden und sahen vor, dass das Pentagon die Akkreditierung von Reportern verweigern darf, die Informationen ohne Genehmigung des Ministeriums veröffentlichen - selbst wenn diese vorher nicht als geheim eingestuft waren. Journalisten, die diesen Vorgaben nicht zustimmten, mussten ihre Ausweise abgeben und ihre Arbeitsplätze im Pentagon räumen.

Nahezu alle großen US-Medienhäuser stellten sich quer: Sender wie ABC, CBS, NBC, CNN und Fox News sowie Zeitungen wie die «New York Times» weigerten sich, den 21-seitigen Regelkatalog des Verteidigungsministeriums zu unterzeichnen. Laut der «Washington Post» blieb letztlich von einst Hunderten akkreditierten Reportern nur eine Handvoll vorwiegend rechter Berichterstatter übrig, die Trump und seine Regierungspolitik ausgesprochen wohlwollend begleiten.

Die «New York Times» reichte Klage gegen das Pentagon ein und argumentierte, mit den neuen Richtlinien würden die verfassungsmäßig zugesicherten Rechte von Reportern verletzt. Journalisten dürften aber nicht daran gehindert werden, «das zu tun, was Journalisten schon immer getan haben: Regierungsangestellten Fragen zu stellen und Informationen zu sammeln.» Berichte freier Medien seien eben keine offiziellen Verlautbarungen. Den Richterspruch feierte die «New York Times» als Bestätigung ihres Rechts, «im Namen der Öffentlichkeit kritische Fragen zu stellen».

Der erste Zusatzartikel der US-Verfassung schützt unter anderem die Rede-, Religions- und Pressefreiheit. So darf der Kongress grundsätzlich keine Gesetze erlassen, die diese Freiheiten einschränken.

«Vielschichtige Angriffe auf die Pressefreiheit»

Die Stiftung «Freedom of the Press» hatte die Klage der «New York Times» begrüßt und an andere Medien appelliert, dem Beispiel der renommierten Zeitung zu folgen. Trumps Regierung stehe für «vielschichtige Angriffe auf die Pressefreiheit» - und «ein Angriff auf die Rechte eines Journalisten ist ein Angriff auf alle», teilte die gemeinnützige Organisation im Oktober mit.

Seit Trumps Amtsantritt versucht die Regierung des Republikaners den Zugang unabhängiger Medien mit verschiedenen Maßnahmen zu beschränken. So wurde die Zusammensetzung des sogenannten Presse-Pools des Weißen Hauses geändert, wodurch Agenturen wie Associated Press (AP), Reuters und Bloomberg ihre festen Plätze verloren. Zugelassen wurden stattdessen als «Neue Medien» bezeichnete rechte Blogger und Social-Media-Influencer, von denen die Regierung bei Pressekonferenzen kaum kritische Rückfragen zu befürchten hat. Außerdem verklagte Trump verschiedene Medien wegen deren Berichterstattung auf hohe Strafzahlungen.

Medien / Regierung / Verteidigung / USA / Pressefreiheit / Trump / Pentagon
21.03.2026 · 05:28 Uhr
[1 Kommentar]
Hotel lehnt Buchung mit antisemitischer Begründung ab
Lam (dpa) - Keine Juden erlaubt - mit dieser Antwort an einen Gast aus Israel hat ein Hotel in der Oberpfalz für Fassungslosigkeit gesorgt. «Sind wir wieder in den 1930er Jahren?», fragte die Generalkonsulin des Staates Israel für Süddeutschland auf der Plattform X mit Blick auf die systematische Entrechtung und Ermordung von Juden im […] (08)
vor 21 Minuten
Brett Goldstein
(BANG) - Brett Goldstein hält Jennifer Lopez für eine "phänomenale Künstlerin". Der 45-jährige Schauspieler spielt an der Seite der 56-jährigen Jennifer in 'Office Romance', der neuen romantischen Komödie unter der Regie von Ol Parker, und Goldstein hat seine Filmpartnerin in den höchsten Tönen gelobt und Lopez als "außergewöhnlich" bezeichnet. […] (00)
vor 3 Stunden
MSI MPG OLED 322URDX36: Der erste Triple-Mode-OLED mit 4K/360Hz, 2K/520Hz und FHD/680Hz
MSI hat auf der Computex 2026 den MPG OLED 322URDX36 enthüllt – den weltweit ersten Gaming-Monitor, der nicht nur zwischen zwei, sondern gleich drei Auflösungs- und Bildwiederholraten-Kombinationen wechseln kann. 4K mit 360 Hz für knackscharfe Singleplayer-Blockbuster, 2K mit 520 Hz für taktische Shooter und FHD mit aberwitzigen 680 Hz für Esport- […] (00)
vor 28 Minuten
Martin Scorsese
(BANG) - Martin Scorsese hat sich mit dem KI-Unternehmen Black Forest Labs zusammengetan. Der Regisseur von 'The Wolf of Wall Street' ist als Berater in das Unternehmen eingetreten, um "die Grenzen der Kreativität zu erweitern und dem Publikum tiefere und reichhaltigere Erlebnisse zu bieten". In einer Erklärung auf der Website von Black Forest Labs […] (00)
vor 3 Stunden
Vor der Fußball-WM - Deutsche Nationalmannschaft
Chicago (dpa) - Manuel Neuer und Jonas Urbig sind mit einem Morgenspaziergang am Lake Michigan in ihren ersten WM-Tag in Amerika gestartet. Die Bayern-Torhüter drehten eine Runde unweit des Teamhotels der Fußball-Nationalmannschaft in Chicago. Mit dabei im frühen Sonnenschein war auch DFB-Arzt Jochen Hahne. Neuer und Urbig setzten sich auf eine Mauer, […] (01)
vor 15 Minuten
trading, investing, stocks, options, dow, nasdaq, downtown, profit, tesla, bitcoin
Der globale Zahlungsdienstleister Mastercard hat einen weiteren bedeutenden Schritt zur Integration von Blockchain in die traditionelle Finanzwelt unternommen. Das Unternehmen kündigte erweiterte Abwicklungsfähigkeiten an, die nun mehrere Stablecoins umfassen, darunter Ripple's RLUSD, Circle's USDC, den von Paxos ausgegebenen PYUSD, USDG, USDP und […] (00)
vor 1 Stunde
Vortrag „Die Bedeutung des Rieses für die Weltraumforschung“
Bopfingen, 03.06.2026 (lifePR) - Der UNESCO Global Geopark Ries  lädt anlässlich des Jubiläums „20 Jahre Nationaler Geopark Ries“ herzlich zum dritten Vortrag einer kostenlosen Vortragsreihe ein. Prof. Harald Hiesinger (Uni Münster) wird in der Bopfinger Schranne Spannendes und meist nicht Bekanntes über die Bedeutung des Rieses für die […] (00)
vor 1 Stunde
 
Reolink OMVI X16 PoE – Rundum-Abdeckung, scharfe Details, intelligenteres Tracking
Reolink  bringt mit der  OMVI Series  und der Power-Efficient Series zwei neue […] (00)
MSI stellt auf der COMPUTEX 2026 die Claw 8 EX AI+ vor
Auf der COMPUTEX 2026 präsentiert MSI mit der Claw 8 EX AI+ ein neues Gaming- […] (00)
Faltbares iPhone Ultra soll trotz dünner Bauweise eine Dampfkammerkühlung erhalten
Apples erstes faltbares Smartphone, das voraussichtlich unter dem Namen […] (00)
Zoll (Archiv)
Wilhelmshaven - Dem Zoll ist in Wilhelmshaven ein großer Schlag gegen den […] (01)
Ein Wandel in Führung und Kultur Die jüngste Entlassung von Scott Pelley, einem […] (00)
Schwimmmeister
Berlin (dpa) - Kein Bronze-Abzeichen, kein Freibad-Besuch? Weil viele Kinder und […] (03)
Barack Obama besuchte das Set von Steven Spielbergs neuem Film 'Disclosure Day', und die Besetzung war beeindruckt.
(BANG) - Emily Blunt wurde "peinlich berührt still", als Barack Obama das Set von […] (02)
EMPULSE: Neuer Shooter der Splitgate-Macher sieht nach Titanfall mit noch mehr Tempo aus
Nach Splitgate will 1047 Games offenbar nicht kleiner denken, sondern größer. Das […] (00)
 
 
Suchbegriff