Revolutionäres Start-up nutzt Bakterien, um Mikroplastik zu ersetzen

Das Start-up Bioweg entwickelt mit Hilfe von Mikroben einen natürlichen Ersatz für Mikroplastik, eine Innovation, die für Konsumgüterhersteller besonders zeitgemäß ist.
Foto: Eulerpool

Das deutsche Start-up Bioweg hat erfolgreich Mikroben eingesetzt, um aus natürlichen Stoffen einen biologisch abbaubaren Ersatz für Mikroplastik zu gewinnen. Diese innovative Lösung kommt für große Konsumgüterhersteller genau zur richtigen Zeit, da sie bereits in Schminke, Shampoo, Schuhen, Reifen, Dünger und Saatgut verwendet wird. Mikroplastikpartikel gelangen jedoch auch in die Umwelt und können gravierende Folgen für Mensch und Natur haben. Im Bereich der Forschung und Entwicklung wird daher intensiv an Alternativen gearbeitet. Eines dieser vielversprechenden Unternehmen ist das Start-up Bioweg aus Quakenbrück. Die Gründer Prateek Mahalwar und Srinivas Karuturi haben einen Ersatzstoff aus natürlichen Zutaten entwickelt, der bereits das Interesse mehrerer großer Konsumgüterhersteller geweckt hat.

Bioweg hat in diesem Jahr den renommierten Deutschen Digitalpreis "The Spark" von Handelsblatt und McKinsey erhalten. Dieser Preis zeichnet jedes Jahr Start-ups aus dem deutschsprachigen Raum aus, die mit innovativen Technologien Märkte verändern können. Für die diesjährige Ausgabe stand neben den Kriterien der Neuartigkeit und dem Kundennutzen auch die Nachhaltigkeit im Fokus. Der Wettbewerb steht unter dem Motto "Circular Economy", welches die Idee einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft widerspiegelt. Die rund 100 Bewerber haben gezeigt, wie Start-ups im Bereich der Kreislaufwirtschaft Produkte und Prozesse neu denken und somit zu einem schonenderen Umgang mit Ressourcen beitragen können.

Der Einsatz von Mikroplastik ist weit verbreitet, wie Gründer Mahalwar verdeutlicht. Durch Nahrung, Wasser und Atemluft nimmt jeder Mensch täglich ungefähr fünf Gramm Mikroplastik zu sich – so viel wiegt eine Kreditkarte. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind noch nicht abschließend erforscht, jedoch deuten Studien auf erhöhte Risiken hin. Aus diesem Grund plant die EU-Kommission, den Einsatz von Mikroplastik in den nächsten Jahren drastisch einzuschränken. Dies eröffnet Unternehmen wie Bioweg, Calyxia und Matter die Möglichkeit, mit ihren Alternativprodukten auf dem Markt zu wachsen.

Die Gründer von Bioweg, Prateek Mahalwar und Srinivas Karuturi, haben ihre Geschäftsidee in der norddeutschen Provinz entwickelt, fern ihrer indischen Heimat. Sie profitieren von ihrem Wissen als Biologen und konnten ihre Experimente in der eigenen Küche starten. Diese Idee kam Mahalwar, als er sich in einem Beratungsprojekt mit Chemieunternehmen beschäftigte, die Mikroplastik herstellen. Die beiden Freunde beschlossen, die Lücke zwischen Forschung und Anwendung zu schließen und gründeten 2019 das Unternehmen. Sie erforschten geeignete Bakterien und testeten am Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik in Quakenbrück Produktionsmaschinen. Dabei nutzen sie ausschließlich natürliche Zutaten wie Mikroben, die Abfälle aus der Landwirtschaft oder Lebensmittelindustrie in biologisch abbaubare Zellulose umwandeln. Diese hat die gleichen Eigenschaften wie Mikroplastik, zersetzt sich jedoch innerhalb von 60 Tagen vollständig. Bioweg hat somit ein Superhelden-Bakterium aus der Natur.

Derzeit befindet sich Bioweg in fortgeschrittenen Tests für den Einsatz in Konsumgütern und hat bereits das Interesse mehrerer großer Kosmetikproduzenten geweckt. Zudem gibt es eine vielversprechende Partnerschaft mit Bayer, um gemeinsam nachhaltige Materialien für die Beschichtung von Saatgut und Dünger zu erforschen. Obwohl das Geschäft noch klein ist und der Umsatz unter der Millionenschwelle liegt, plant Bioweg, bald schon mit der Kommerzialisierung der Technologie zu starten. Neben dem Verkauf von Produkten ist auch eine Lizenzierung der Technologie an Partner eine Option. Gründer Mahalwar ist sich sicher, dass ein Milliardenmarkt entstehen wird, da Mikroplastik überall zu finden ist und baldersetzt werden muss.

Insgesamt zeigt das Beispiel von Bioweg, wie wichtig die Entwicklung von Alternativen zu Mikroplastik ist und wie Start-ups im Bereich der Kreislaufwirtschaft dazu beitragen können, die Nutzungsdauer von Produkten zu verlängern und Ressourcen besser zu verwerten. Die Regulierung von Mikroplastik schafft somit einen Markt, ähnlich wie das derzeitige Verbot von klimaschädlichen Kühlmitteln. Das deutsche Start-up Bioweg hat mit seiner innovativen Lösung einen wichtigen Beitrag geleistet und zeigt, dass mit viel Engagement und dem nötigen Quäntchen Glück auch in der norddeutschen Provinz erfolgreiche Unternehmen entstehen können.

Finanzen / Green
[Eulerpool News] · 27.11.2023 · 12:00 Uhr
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