Revolution der Ernährungssysteme: Schlüssel zur Klimasicherung und Gesundheit
Der neue Bericht der EAT-Lancet-Kommission bringt ein zentrales Problem in der Klimakrise ins Rampenlicht: Die globale Nahrungsmittelproduktion ist für etwa 30 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Dies wirft die drängende Frage auf, wie die Erde ohne signifikante Veränderungen innerhalb der Ernährungssysteme vor einer Erhitzung über 1,5 Grad Celsius bewahrt werden kann, selbst wenn ein weltweiter Energiewandel weg von fossilen Brennstoffen gelingt.
Die Kommission, ein Zusammenschluss von Experten, initiiert durch die NGO EAT und die wissenschaftliche Zeitschrift "The Lancet", setzt ihren Fokus auf die Entwicklung von Strategien zur Ernährungssicherung der Menschheit bei gleichzeitiger Erhaltung der ökologischen Balance des Planeten. Johan Rockström vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Co-Vorsitzender der Kommission, unterstreicht die Notwendigkeit dieser Transformation als Voraussetzung für ein sicheres Klimasystem und einen gesunden Planeten.
Ein ambitionierter Ansatz ist die Umstellung auf die sogenannte "Planetary Health Diet", die nicht nur die Gesundheit von Millionen Menschen verbessern könnte, sondern auch den Treibhausgasausstoß im Ernährungssektor um beachtliche 15 Prozent senken würde. Die Diät empfiehlt eine pflanzenbetonte Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, während der Konsum von Fleisch von Wiederkäuern, die große Mengen Methan erzeugen, stark reduziert wird.
Herausforderungen und Chancen bestehen gleichermaßen in der Anpassung der landwirtschaftlichen Praxis. Die Produktion von Obst, Gemüse und Nüssen muss um bis zu 60 Prozent gesteigert werden, während insbesondere die Wiederkäuerfleischproduktion um etwa ein Drittel schrumpfen sollte. Verbesserungen sind auch in der Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -abfällen entlang der Lieferkette erforderlich, um den Übergang zu einem klimaneutralen Lebensmittelsystem zu ermöglichen.
Der Bericht basiert auf der Analyse von 2019 und betont, dass die Lebensmittelproduktion eine Hauptursache für das Überschreiten planetarer Grenzen darstellt. Rockström hebt die Bedeutung sozialer Aspekte hervor und fordert faire Arbeitsbedingungen und gerechte Teilhabe aller Akteure im Lebensmittelbereich. Der Bericht liefert somit eine klare Orientierung, wie eine wachsende Weltbevölkerung innerhalb der planetaren Grenzen ernährt werden kann, und ruft zu entschlossenen Investitionen und Anstrengungen auf.

