Reservisten sollen russische Infrastruktur vor ukrainischen Drohnen schützen
In einer neuen strategischen Maßnahme setzt Russland erstmals Reservisten ein, um seine Energieinfrastruktur vor häufigen ukrainischen Drohnenangriffen zu schützen, die immer mehr an Intensität gewinnen. So wurden jüngst im Leningrader Gebiet, um die Millionenmetropole St. Petersburg, die ersten Einheiten zur Abwehr solcher Angriffe und Sabotageakte etabliert, wie das Blatt "Kommersant" berichtet. In dieser Region, die für ihre bedeutende Hafen-, Energie- und Industrieinfrastruktur bekannt ist, traten nun 105 Reservisten ihren Dienst an, ausgestattet mit entsprechender Bewaffnung und Fahrzeugen, um die dortige Flugabwehr zu verstärken.
Ein Novum stellt zudem ein im Eiltempo verabschiedetes Gesetz dar, das den Einsatz von Reservisten zum Schutz strategisch wichtiger Objekte legalisiert. Die gesetzliche Anpassung spiegelt die wachsende Herausforderung wider, die durch ukrainische Angriffe auf russisches Gebiet entstanden ist. Diese Angriffe, die vermehrt auf Treibstoffdepots und Ölraffinerien abzielen, zeigen die anhaltenden Sicherheitsprobleme auf, denen sich Russland gegenwärtig gegenüber sieht.
Laut dem Sekretär des nationalen russischen Sicherheitsrates, Sergej Schoigu, hat sich die Anzahl der Drohnenangriffe erheblich vervielfacht. Besonders betroffen ist der Föderationsbezirk Wolga mit seinen strategisch bedeutenden Rüstungsbetrieben. Schoigu unterstrich, dass der Ausfall von Infrastrukturen, etwa Verkehrs- und Schienenwegen, gravierende Auswirkungen auf den militärischen Nachschub im Ukraine-Konflikt haben könnte. Er betonte, dass für einen robusteren Schutz der Infrastruktur auch Freiwilligengruppen aktiviert werden sollten, eine Initiative, die Kremlchef Wladimir Putin unterstützt.

