Renk: Ausrichtung auf Rüstungsgeschäft verspricht erhebliches Wachstumspotential
Der auf Antriebstechnik spezialisierte Konzern Renk plant, seine Geschäfte weitgehend auf den Bereich Panzer und Kriegsschiffe zu konzentrieren, angesichts der jüngsten Sicherheitsentwicklungen in Europa. Dies kündigte der Vorstandsvorsitzende Alexander Sagel auf einer Investorenveranstaltung in Augsburg an. Bis 2030 soll der Umsatz auf 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro steigen, während der Anteil des Rüstungsgeschäfts auf etwa 90 Prozent ansteigen soll.
Trotz der optimistischen Prognosen zeigte sich die Börse wenig beeindruckt: Die Renk-Aktie verlor mehr als drei Prozent und sank auf 55,77 Euro, was sie zu einem der größten Verlierer im MDAX machte. Bereits am Vortag hatte der Kurs unter den anhaltenden Friedensspekulationen rund um den Konflikt in der Ukraine gelitten. Dennoch bleibt die Aktie im Vergleich zu Jahresbeginn ein Gewinner, mit einer Verdreifachung des Wertes.
Vorstandschef Sagel wies darauf hin, dass die erwarteten Umsatzsteigerungen aufgrund der Verzögerungen bei der Auftragsvergabe und notwendigen Produktionsanpassungen der Hersteller erst ab 2028 spürbar sein werden. Während der angestrebte Umsatz bis 2028 die Zwei-Milliarden-Euro-Marke überschreiten soll, wird ein Sprung über die Drei-Milliarden-Euro-Schwelle erst für das Jahr 2030 erwartet.
Positiv soll sich auch der operative Gewinn entwickeln: Bis 2027 erwartet Sagel einen Anstieg auf über 300 Millionen Euro, während bis 2030 mehr als 20 Prozent des Umsatzes als bereinigter operativer Gewinn realisiert werden sollen. Analystenrecknungen deuteten bereits in diesem Bereich auf Werte zwischen 560 und 640 Millionen Euro hin.
Investment-Expertin Chloe Lemarie von Jefferies lobte die Umsatzprognose für das Jahr 2030, zeigte sich jedoch über die für 2027 leicht angehobenen Gewinnprognosen weniger begeistert. Renk selbst rechnet mit einem Auftragsbestand von 11,5 Milliarden Euro bis 2032, unterstützt durch die Aufrüstung in Deutschland und Europa sowie potenzielle Aufträge aus Nordamerika, wo das Unternehmen kürzlich Cincinnati Gearing Systems akquirierte.
Sagel verfolgt aktiv weitere Übernahmeziele in Europa und Nordamerika, die den Umsatz bis 2030 um eine zusätzliche Milliarde Euro steigern könnten. Der Markt sieht auch in der Wartung und im Ersatzteilgeschäft für bestehende Plattformen wie den Leopard 2 Panzer ein erhebliches Wachstumspotential.

