Renditen deutscher Staatsanleihen steigen angesichts US-amerikanischer Wirtschaftssorgen
Die deutschen Staatsanleihen haben sich zu Wochenbeginn positiv entwickelt, was vor allem den wachsenden Sorgen über die Zukunft der US-Wirtschaft zuzuschreiben ist. Der bedeutende Euro-Bund-Future stieg am Vormittag spürbar um 0,27 Prozent und erreichte 135,59 Punkte. Im Gegenzug dazu fiel die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,14 Prozent.
Schwache Konjunkturdaten aus den USA haben die Hoffnungen auf bevorstehende Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed angefacht. Diese Unsicherheiten belasten die Aktienmärkte sowohl in Asien als auch in Europa, was zu einer erhöhten Nachfrage nach festverzinslichen Wertpapieren führt. Besonders der schwache Arbeitsmarktbericht der USA vom Freitag sowie ein schwacher ISM-Index für die US-Industrie verstärkten diese Verunsicherung weiter.
Hauke Siemßen, Anleiheexperte bei der Commerzbank, weist darauf hin, dass die anhaltenden Fragen über eine mögliche Rezession in den USA nach dem beispiellosen Zyklus der Zinserhöhungen entstanden sind. Dies habe die Spekulationen über eine Notfallzinssenkung durch die Fed verstärkt. Angesichts des niedrigen Risikobewusstseins und der Rezessionsängste, dürften sich die hoch bewerteten Anleihemärkte kurzfristig kaum verändern.
Weiteren Aufschluss über die Wirtschaftslage in den USA werden die am Nachmittag erwarteten Konjunkturdaten geben. Besonders im Fokus steht der Einkaufsmanagerindex ISM für den Dienstleistungssektor für den Monat Juli. Laut Siemßen seien die Anleihemärkte angesichts der jüngsten Konjunkturdaten gut auf eine mögliche schwache Zahl vorbereitet.

