Renaults Strategiewechsel: Herausforderungen und Chancen im globalen Markt

Renault erwartet, dass die Profitabilität im laufenden Jahr unter Druck gerät. Dazu führen sollen sowohl die internationale Expansion, insbesondere nach Südamerika und Asien, als auch der Produktionsstart neuer Elektrofahrzeug-Modelle sowie der verschärfte Wettbewerb auf dem europäischen Markt. Die operative Marge wird voraussichtlich bis 2026 auf 5,5 Prozent sinken. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag sie noch bei 6,3 Prozent, verkündete Renault am Donnerstag.
Unter der Leitung von Francois Provost wurde die Strategie seines Vorgängers Luca de Meo an mehreren Stellen überarbeitet. So wurden die Elektro- und Softwareaktivitäten von Ampere erneut in den Konzern integriert, während bestimmte Mobilitätsgeschäfte eingestellt und die Kosten beim Sportwagenlabel Alpine reduziert wurden. Die Absicht dahinter ist klar: Angesichts der wachsenden Konkurrenz durch chinesische Autobauer in Europa will Renault schlanker und wettbewerbsfähiger auftreten.
Neben der Umstrukturierung setzt Renault verstärkt auf die Elektrifizierung seiner Fahrzeugflotte. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Automobilhersteller weltweit einen Zuwachs von 3,2 Prozent bei den Verkaufszahlen, was einer Absatzmenge von mehr als 2,3 Millionen Fahrzeugen entspricht. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf insgesamt 57,9 Milliarden Euro.
Allerdings musste Renault einen Nettoverlust von 10,9 Milliarden Euro hinnehmen. Dieser resultiert vor allem aus milliardenschweren nicht zahlungswirksamen Belastungen durch die veränderte bilanzielle Behandlung des Nissan-Anteils im Sommer, sowie aus Restrukturierungskosten und Wertminderungen bei Fahrzeugentwicklungen und Produktionsanlagen. Dennoch plant Renault, seinen Aktionären eine unveränderte Dividende von 2,20 Euro je Aktie zukommen zu lassen.

