Relative-Value-Strategien übertreffen Richtungswetten bei Krypto-Volatilität

Krypto-Fonds starteten das Jahr 2026 mit Verlusten und einer defensiven Ausrichtung, wie eine Umfrage von Presto Research und Otos Data vom 18. Februar zeigt.
Der Bericht verdeutlicht, dass Investoren zunehmend auf Relative-Value- und marktneutrale Strategien setzen, da makroökonomische Unsicherheiten und Preisschwankungen Richtungswetten belasten.
Marktneutrale Fonds übertreffen Richtungsstrategien
Laut der Umfrage von Presto verzeichneten alle liquiden Krypto-Hedgefonds im letzten Monat durchschnittlich einen Rückgang von 1,49%. Diese Verluste verlängern eine schwierige Phase für aktive Manager und markieren den vierten Monat in Folge mit negativer, gleichgewichteter Performance in den fundamentalen und quantitativen Kategorien – eine Serie, die zuletzt Ende 2018 und Anfang 2019 zu beobachten war.
Die Unterschiede innerhalb der Zahlen erzählen eine klarere Geschichte: Fundamentale Fonds fielen im Januar um 3,01%, während quantitative Fonds um 3,51% zurückgingen. Im Gegensatz dazu erzielten marktneutrale Fonds, die von Preisunterschieden statt von Marktrichtungen profitieren wollen, einen Gewinn von etwa 1,6%. Über sechs Monate hinweg stiegen diese neutralen Strategien um fast 5%, während fundamentale Fonds um mehr als 24% fielen.
Im gleichen Zeitraum fiel der Bitcoin (BTC) um etwa 31%, Ethereum (ETH) um 23% und Solana (SOL) um 47%.
Analysen anderer Marktbeobachter unterstützen den fragilen Ton, wobei Daten von Alphractal zeigen, dass Bitcoin in einer Stresszone gehandelt wurde, in der schwächere Halter tendenziell verkaufen, während langfristige Investoren akkumulieren. Der Gründer der Firma, Joao Wedson, sagte, dass die Gewinnniveaus der langfristigen Halter weiterhin positiv sind, was darauf hindeutet, dass der Markt möglicherweise noch nicht an einem endgültigen Wendepunkt angekommen ist.
Positionsdaten deuten auf defensive Haltung hin, nicht auf Panik
Die Flussanalyse der Presto-Umfrage zeigt einen klaren Verhaltensbogen im Januar. Der Monat begann mit konstruktiver Positionierung und Call-Käufen, aber als die Rallyes scheiterten, wechselten die Händler zu taktischen Fade-Strukturen. In der dritten Woche dominierte das Absichern nach unten, während ETF-Flüsse schwankten, mit Phasen von Zuflüssen, die durch Miner-Verkäufe und Verkäufe von Großinvestoren ausgeglichen wurden. Gleichzeitig blieb die Unternehmensakkumulation präsent, war jedoch nicht ausreichend, um die breitere Risikoreduktion auszugleichen.
Wichtig ist, dass der Bericht feststellte, dass die Positionierung zum Monatsende nicht kapitulativ war. Die Analysten erklärten, dass, obwohl Schutzmaßnahmen vorhanden waren, die Hebelwirkung im Vergleich zum chaotischen Reset-Ereignis im Oktober 2025 geordneter aussah.
Das Fehlen einer breiten Panik deutet darauf hin, dass sich der Stress in bestimmten Bereichen aufbaut, anstatt sich als systemische Liquidation auszudrücken. Diese Unterscheidung ist wichtig, da der Markt bewertet, ob der Januar eine Fortsetzung oder Erschöpfung darstellt.
Die Forscher rieten, dass bis zur Verbesserung der politischen Klarheit oder dem Auftreten eines strukturellen, krypto-spezifischen Katalysators Rallyes wahrscheinlich verblassen werden, die Volatilität reaktiv auf Schlagzeilenrisiken bleibt und Anpassungsfähigkeit statt Überzeugung das Überleben im ersten Quartal 2026 bestimmen wird.
Ob der Januar eine Fortsetzung des Bärenmarktes oder die Erschöpfungsphase des Verkaufsdrucks markierte, bleibt eine offene Frage. Derzeit zeigen die Daten jedoch, dass Strategien, die den relativen Wert über die Richtungsüberzeugung priorisieren, die aktuellen Herausforderungen erfolgreich meistern.

