Rekordverdächtige Aussichten: DAX vor Aufschwung dank Nvidia und Zollpolitik
Die Handelswoche verspricht turbulent zu werden, denn überzeugende Geschäftszahlen des kalifornischen KI-Giganten Nvidia und eine potenzielle Wende im US-Zollkonflikt deuten auf einen möglichen Höhenflug des DAX hin. Bereits vor dem Handelsstart signalisierte der X-DAX ein Plus von 1,2 Prozent auf 24.319 Punkte, was dem deutschen Leitindex ermöglicht, sich dem kürzlich erreichten Rekordniveau von fast 24.326 Punkten wieder anzunähern.
Trotz des Feiertags Christi Himmelfahrt, der das Handelsvolumen möglicherweise dämpfen könnte, zeichnet sich auch für den EuroStoxx 50 ein ähnlich positiver Trend ab. In den USA erhielt Präsident Donald Trump unerwarteten Gegenwind: Ein vorsitzendes Bundesgericht in New York entzog ihm die Befugnis, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz weitreichende Zölle zu verhängen. Die Gerichtsentscheidung kippte besagte Zölle und untersagte ihre Anwendung dauerhaft.
Diese Entwicklung könnte Trumps angespannte Handelspolitik, die bislang die Märkte weltweit in Unruhe versetzte, vorerst besänftigen - auch wenn die Regierung bereits Berufung einlegte und somit die Möglichkeit einer Wiedereinsetzung der Zölle nicht ausgeschlossen ist. Zu den potenziellen Profiteuren dieser Wendung zählten vorbörslich die Sportmode-Giganten Adidas und Puma.
Nvidia hat mit seinem starken Umsatzwachstum im ersten Quartal jüngste Nervosität der Anleger vertrieben und liefert mit beeindruckender Resilienz ein stetiges Fundament für den KI-Megatrend. Laut Stephen Innes von SPI Asset Management hat der "KI-König" bewiesen, dass er trotz der geopolitischen Herausforderungen standhaft bleibt. Auch Geschäftszahlen von Salesforce, dem Branchenkollegen von SAP, könten durch den KI-Optimismus positive Impulse in der Tech-Branche auslösen.
In diesem Umfeld erleben auch in Deutschland Techwerte einen Aufschwung. Im DAX legten vorbörslich die Aktien von SAP und Infineon zu. Der MDAX-Maschinenbauer Aixtron stieß ebenfalls auf starkes Interesse. Im Rüstungssektor erreichten die Aktien von Renk neue Höhen, wohingegen Rheinmetall zunächst unter seiner Xetra-Bestmarke blieb.
Ein leichter Rückgang war bei den Aktien von Heidelberg Materials zu beobachten, die sich etwas unter dem Xetra-Schluss von 178,65 Euro bewegten, nachdem Großaktionär Spohn Cement Beteiligungen 1,5 Millionen Aktien zu 175 Euro pro Stück veräußerte. Dennoch hält das Beteiligungsvehikel von Ludwig Merckle weiterhin einen festen Anteil von 27,6 Prozent.

