Rekordjagd im Rüstungssektor: Rheinmetall und Co. auf Erfolgskurs
Aktien im Rüstungssektor scheinen derzeit keine Grenzen zu kennen. Rheinmetall und Renk eilen seit Tagen von einem Rekordhoch zum nächsten, gefolgt von Hensoldt, das kürzlich seinen bisherigen Höchststand aus dem März übertroffen hat. Mit einem Anstieg von 6,3 Prozent erreichte Hensoldt einen Spitzenwert von 82,30 Euro, bevor die Dynamik nachließ und die Aktie wieder unter die 80-Euro-Marke fiel. Renk beeindruckte mit einem markanten Plus von 6,6 Prozent und notierte zeitweise erstmals in der Firmengeschichte über 80 Euro. Rheinmetall konnte seine Gewinne mit einem bescheidenen Anstieg von 0,8 Prozent verzeichnen und überschritt während des Handels die 1.800-Euro-Marke.
Der Antrieb hinter diesem Höhenflug ist die Aussicht auf steigende Verteidigungsinvestitionen. Während sich Rheinmetall in diesem Jahr beinahe verdreifacht und Renk bald vervierfacht hat, bleibt Hensoldt mit einem eher bescheidenen Jahresplus von knapp 130 Prozent etwas im Hintertreffen. Analysten setzen ihre Kursziele immer höher an, um diese dynamische Entwicklung zu reflektieren. Die Citigroup steuerte zur Hensoldt-Rally bei, indem sie ihr Kursziel auf 85 Euro anhob, auch wenn dies nicht für eine Kaufempfehlung ausreichte.
Experten wie Charles Armitage und George McWhirter diskutieren darüber, dass die deutschen Verteidigungsausgaben in den nächsten Jahren signifikant steigen könnten, wobei Schätzungen von 3,5 bis 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgehen. Sollte das Niveau von 4 bis 4,5 Prozent erreicht werden, würde dies laut Armitage einen fairen Wert für Hensoldt von 65 bis 71 Euro bedeuten. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul unterstützt die Forderung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump nach höheren Verteidigungsausgaben der Nato-Partner. Unterdessen beflügelt ein neues EU-Finanzierungsinstrument für die gemeinsame Beschaffung von Rüstungsgütern den Sektor zusätzlich. Die anhaltende Unsicherheit im Ukraine-Krieg trägt ebenfalls dazu bei, dass ein Ende der aktuellen Marktdynamik bislang nicht in Sicht ist.

