Reisefieber bei den Deutschen: Aufwärtstrend trotz Krisenstimmung

Die Reiselust der Deutschen bleibt auch in Krisenzeiten ungebrochen. Einer aktuellen Umfrage der Stiftung für Zukunftsfragen zufolge, die von British American Tobacco unterstützt wird, gaben 64 Prozent der Befragten an, im Vorjahr mindestens eine längere Reise von fünf Tagen unternommen zu haben. Dieser Wert stellt den höchsten seit 2006 dar, wie die Stiftung in Hamburg bekanntgab.
Interessanterweise blieb der Anteil reiselustiger Personen im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant, als 63 Prozent der Befragten ähnliche Reiseabsichten zeigten. Der wissenschaftliche Leiter der Stiftung, Ulrich Reinhardt, bemerkte, dass Urlaub weiterhin als bevorzugte Quelle des Glücks auch in schwierigen Zeiten wahrgenommen wird. Die detaillierte Tourismusanalyse der BAT-Stiftung soll am Donnerstag der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Im Jahr 2024 entschieden sich 36 Prozent der Reisenden, innerhalb Deutschlands zu bleiben, wobei Bayern das Spitzenreiseziel darstellte, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern. Auf den weiteren Plätzen reihten sich Baden-Württemberg und Niedersachsen ein. Spanien stand weiterhin hoch im Kurs als favorisiertes europäisches Ziel, gefolgt von Italien, der Türkei und Skandinavien. Eine Fernreise unternahmen 16 Prozent der Umfrageteilnehmer, zumeist mit Zielen in Asien.
Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes unterstreichen zudem den anhaltenden Boom im Deutschland-Tourismus, der sich auf einem Rekordhoch befindet. Von Januar bis November wurden 465,5 Millionen Übernachtungen registriert, ein minimaler Anstieg von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Gesamtjahr 2024 wurde mit 496,1 Millionen Übernachtungen ein neuer Höchststand erreicht, der sogar den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2019 übertraf.

