Reich und mächtig: Ukrainische Oligarchen im Visier

25. Februar 2014, 17:05 Uhr · Quelle: dpa

Kiew (dpa) - In der Ukraine sind nach dem Zusammenbruch des Kommunismus 1991 viele Unternehmer zu unvorstellbarem Reichtum gekommen - so wie in anderen Ex-Sowjetrepubliken auch. Milliarden sollen auf westlichen Konten ruhen. Nun kommt immer stärker die Frage nach der Rolle der Oligarchen auf. Fragen und Antworten:

Welche Oligarchen haben Viktor Janukowitsch gestützt?

Der entmachtete Präsident wurde vor allem von dem 47 Jahre alten «Kohlebaron» Rinat Achmetow gefördert. Der reichste Mann des Landes stammt wie Janukowitsch aus dem ostukrainischen Donezk, wo er den Fußballverein Schachtjor mit Millionenspritzen in die Champions League hievte. Teilunternehmen seiner Holding System Capital Management sind in den Niederlanden registriert. Auch der Westukrainer Dmitri Firtasch (48) verhalf Janukowitsch mit zur Macht. Er hat einen Großteil seiner Energiefirmen in Wien angesiedelt. Bezeichnend ist der Aufstieg von Sergej Kurtschenko, der ein Vermögen im Gasgeschäft verdient hat. Nach Janukowitschs Sturz tauchte der 28-Jährige unter.

Müssen die Oligarchen um ihr Geld im Westen bangen?

Westliche Politiker wie Polens Außenminister Radoslaw Sikorski fordern offen, einen Teil des Vermögens der Großindustriellen zu beschlagnahmen. Die Gelder könnten helfen, die Finanzierungslücke zu schließen. Auch der Grünen-Europapolitiker Werner Schulz sagte im rbb-Inforadio: «Wenn man sieht, wie sich die Oligarchen in der Ukraine bereichert haben, dann ist ein Beitrag von ihrer Seite überfällig.»

Die EU ist aber in der Frage von möglichen Sanktionen gegen die steinreichen Unternehmer uneins. Das Einfrieren von Konten sei schwierig, heißt es. Vor und während der Regierungszeit von Janukowitsch wickelten viele der Milliardäre ihre Geschäfte über westliche Firmen ab. So geriet etwa UkrTelekom über eine österreichische Firma in den Besitz von Rinat Achmetow.

Wie kamen sie zu ihrem Reichtum?

Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Planwirtschaft Anfang der 1990er Jahre wurde das ehemalige Staatsvermögen privatisiert. Dadurch erlangten einige wenige enorme wirtschaftliche Macht. Achmetows Aufstieg etwa begann 1995 mit der Gründung der Dongorbank. In den Folgejahren erwarb er Dutzende Unternehmen in der Metall- und Kohlebranche. Später erweiterte er sein Imperium um Medien und Telekommunikationsunternehmen, in Janukowitschs Regierungszeit kamen staatliche Energieversorger dazu. Das Magazin «Forbes» schätzte sein Vermögen 2013 auf 15 Milliarden US-Dollar.

Firtasch begann in den 1990er Jahren mit dem Handel von Konserven und Gebrauchtwagen. Der Öffentlichkeit wurde der Multimilliardär als Teilhaber der Firma RosUkrEnergo bekannt, die den Gashandel zwischen der Ukraine und Russland kontrollierte. Firtaschs Group DF produziert etwa Düngemittel, zudem gehört ihm der bedeutende TV-Sender Inter.

Wer steht an der Seite der neuen Machthaber?

Das ist noch nicht ganz klar. Die Milliardäre Viktor Pintschuk und Igor Kolomoiski aus Dnjepropetrowsk könnten dazu zählen. Pintschuk, der 53 Jahre alte Schwiegersohn von Ex-Präsident Leonid Kutschma, gilt als Befürworter einer EU-Integration. Sein im Stahlbusiness gemachtes Vermögen wurde 2013 von «Forbes» auf knapp vier Milliarden Dollar geschätzt. Seine Fernsehsender wie auch die Medien des 51-jährigen Kolomoiski berichteten wohlwollend über die Proteste.

Ex-Außenminister Pjotr Poroschenko unterstützte ebenfalls die Proteste - wohl auch aufgrund eigener Ambitionen. Der 48-jährige, der wegen seines Süßwarenkonzerns Roshen als «Schokoladenkönig» bezeichnet wird, könnte im Mai bei den Präsidentenwahlen antreten.

Welche Rolle spielen die Oligarchen bei der Sanierung des Landes?

Die schwer angeschlagene Ukraine benötigt nach Angaben der neuen Machthaber deutlich mehr als 35 Milliarden US-Dollar an Finanzhilfen. Die alten und neuen Oligarchen könnten über ihre Kontakte dringend benötigte Investitionen ins Land holen. Pintschuk organisiert seit 2004 eine internationale Wirtschaftskonferenz auf der Krim, Poroschenko ist wegen früherer Ministerposten und als Mitglied des Zentralbankrats gut vernetzt.

Sollte die künftige Führung in Kiew das von Janukowitsch auf Eis gelegte Assoziierungsabkommen mit der EU unterzeichnen, könnte sich die Ukraine nach Ansicht von Experten als Drehscheibe zwischen Russland und der EU etablieren. Auch die Kontakte der Superreichen nach Moskau könnten dabei helfen.

Innenpolitik / Regierung / Ukraine
25.02.2014 · 17:05 Uhr
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