Regulatorischer Fokus auf ungewöhnliche Krypto-Handelsaktivitäten
Die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) sowie die Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) haben Berichten zufolge bestimmte Unternehmen kontaktiert, nachdem auffällige Handelsaktivitäten im Vorfeld von Ankündigungen zu digitalen Vermögenswerten festgestellt wurden. Im Visier der Ermittlungen stehen über 200 Unternehmen, die dieses Jahr Strategien zu Krypto-Treasuries offengelegt haben.
Nur ein Teil dieser Firmen wurde als verdächtig eingestuft, wie ein Bericht des Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen darlegte. Decrypt hat Anfragen an die SEC und FINRA gerichtet, um die Berichte zu bestätigen.
Demnach folgte das Vorgehen zügigen Preisänderungen und hohen Handelsvolumina, aufgefallen kurz bevor Firmen ihre Strategien zu digitalen Vermögenswerten publik machten. Als Modell dient dabei die Strategie von Michael Saylors Unternehmen, das angibt, Schulden oder Eigenkapital zu verwenden, um digitale Vermögenswerte als Bilanzreserven zu erwerben.
Beobachter warnen, dass schlecht getimte oder opportunistische Krypto-Treasury-Strategien als Spielereien erscheinen könnten und Firmen mit Risiken wie Zwangsliquidationen konfrontieren. Regulierungsbehörden untersuchen, ob selektive Informationslecks oder Insiderhandel mit nicht öffentlichen Informationen vorlagen.
Die sogenannte Regulation Fair Disclosure (Reg FD) der SEC verbietet Firmen, wesentliche Informationen vorab ausgewählten Investoren zur Verfügung zu stellen. Verstöße ziehen zivilrechtliche Sanktionen, Durchsetzungsmaßnahmen und Reputationsrisiken nach sich.
Andrew Rossow, Rechtsanwalt für Öffentlichkeitsarbeit, betont, dass Reg FD sicherstellen soll, dass alle Investoren gleichzeitig Zugang zu relevanten Unternehmensinformationen haben, was sich auf deren Bewertung oder Risikoprofil auswirken könnte. Verstöße umfassen die gezielte Weitergabe vertraulicher Informationen durch Unternehmen.
Da sich diese Untersuchungen oft aus ungewöhnlicher Handelsaktivität heraus entwickeln, suchen die Behörden nach Kommunikationsmustern, die verdächtige Geschäfte an die Informationsquelle zurückbinden können. Dies umfasst E-Mails, Meeting-Notizen, interne Plattformen, Textnachrichten, Kalendereinladungen und Gerätekontrollaufnahmen.

