Red Dead Redemption 2: Bizarre Mod zwingt dich, die Erinnerungen deiner Opfer zu sehen
Die schier endlose, immersive Welt von Red Dead Redemption 2 ist auch Jahre nach ihrer Veröffentlichung eine Goldgrube für Entdeckungen und kreative Entfaltung. Während viele Spieler noch immer verborgene Geheimnisse in der Prärie aufspüren, geht eine besonders findige Modding-Community einen Schritt weiter und erweitert das Rockstar-Epos auf ebenso geniale wie absurde Weisen. Ein Streamer namens „Blurbs“ hat nun ein surreales Meisterwerk der Mod-Kunst geschaffen: Eine Modifikation, die dich nach jedem tödlichen Schuss zwingt, in die Lebensgeschichte deines Opfers einzutauchen – mit urkomischen Konsequenzen.
Ein makabrer Blick in die Seele eines NPCs
Die Grundidee, die aus einem Kommentar in seiner Community entstand, ist ebenso simpel wie tiefgründig. Immer wenn Arthur Morgan einen unglückseligen NPC ins Jenseits befördert, unterbricht das Spiel und zeigt eine cineastische Rückblende auf das Leben des Verstorbenen. Blurbs hat dafür eine Reihe ergreifender Szenen vorprogrammiert: Ein Vater, der seine Kinder anblickt, ein Soldat, der einen Brief über seine baldige Heimkehr schreibt, eine Hochzeit oder die Teilnahme an einer Beerdigung. Es sind Momente, die dem anonymen Kanonenfutter plötzlich eine tragische Tiefe verleihen und den Spieler mit der Konsequenz seines Handelns konfrontieren sollen. Doch dieser dramaturgische Ansatz wurde auf die wohl witzigste Weise sabotiert.
Wenn der Twitch-Chat das Drehbuch schreibt
Der geniale und zugleich fatale Fehler, den Blurbs nach eigener Aussage beging, war die Entscheidung, die Dialoge für diese ergreifenden Szenen von seinem Twitch-Chat schreiben zu lassen. Während er also für die dramatische Bildsprache verantwortlich war, übergab er die akustische Untermalung der Schwarmintelligenz des Internets. Das Ergebnis ist ein glorreiches Chaos. Statt letzter Worte voller Reue oder Liebe schallen nun Zitate aus klassischen Memes durch die Prärie. Referenzen an Spider-Man, Rick and Morty oder One Piece verwandeln die eigentlich tragischen Sterbeszenen in eine Parade des Absurden. Blurbs selbst konnte sich bei der Demonstration des Mods mehrfach das Lachen nicht verkneifen, als über die Bilder einer dramatischen Beerdigung plötzlich alberne Sprüche erschallten.
Nicht der erste Streich des kreativen Chaoten
Dieser Zusammenprall von todernster Inszenierung und albernem Dialog macht den Mod zu einem einzigartigen Erlebnis. Doch für Kenner des Streamers ist dieser Geniestreich keine Überraschung. Blurbs ist bekannt für seine bizarren Kreationen. In einer früheren Modifikation verwandelte er beispielsweise den jungen Jack Marston in eine Wurfwaffe, mit der Spieler ihre Gegner ausschalten konnten, indem sie den Jungen quer über den Bildschirm schleuderten. Seine Arbeit ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie die Interaktion zwischen einem kreativen Kopf und seiner Community zu völlig neuen, unvorhersehbaren und unendlich unterhaltsamen Spielerfahrungen führen kann. Man darf gespannt sein, welche verrückten Ideen als Nächstes aus diesem Zusammenspiel entstehen.


