Recycling-Revolution in Quebec: Einheitliche Regeln für mehr Effizienz
Seit dem 1. Januar 2025 gelten in Quebec einheitliche Recycling-Regeln, die unabhängig von der Gemeinde zu befolgen sind. Diese Reform, Teil einer umfassenden Neugestaltung, soll das Recycling vereinfachen und die Effizienz steigern. Nun können alle Arten von Behältern, Verpackungen und Druckerzeugnissen in ein und denselben Recyclingbehälter entsorgt werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind lediglich unter Druck stehende Metallbehälter, Polystyrol-Schutzverpackungen sowie biologisch abbaubare oder degradierbare Kunststoffe.
Laut Maryse Vermette, Präsidentin und CEO von Éco Entreprises Québec (EEQ), handelt es sich um eine transformative Reform. 'Das ist eine echte Revolution, die wir erleben werden', betonte sie.
EEQ, das Unternehmen repräsentiert, die für die von ihnen in Verkehr gebrachten Materialien verantwortlich sind, übernimmt jetzt unter dem Prinzip der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) das Recycling-System und finanziert es. Durch den zentralisierten Ansatz soll eine effizientere Sammlung und höhere Recyclingquote ermöglicht werden. 'Indem die Verwaltung der selektiven Sammlung einem einzigen Akteur übergeben wird, können wir größere Materialmengen sammeln und das Recycling wirtschaftlich tragfähiger machen', erklärte Vermette.
Für die kommenden Jahre plant EEQ, Millionen in die Modernisierung von Sortierzentren in ganz Quebec zu investieren. Diese Aufrüstungen zielen darauf ab, die Qualität der sortierten Materialien zu verbessern, um deren Wiederverkaufswert zu steigern. 'Durch die Verbesserung der Qualität erwarten wir eine Rendite auf unsere Investitionen', so Vermette. Einige Einrichtungen, wie das kürzlich eröffnete Sortierzentrum in Montreal-Ost, sind bereits in Betrieb, während andere noch in Entwicklung sind.
Die veraltete Sortiereinrichtung in Saint-Michel wurde ersetzt und eine neue Anlage ist bis 2027 für die Estrie-Region geplant. Weitere Projekte sind für den Norden Montreals und die Vororte von Quebec City in Betracht gezogen. Zur weiteren Optimierung des Sortierens untersucht EEQ spezialisierte Einrichtungen für die Trennung von Kunststoffen und Mischfasern wie Papier und Karton. Vermette hob die Notwendigkeit kosteneffizienter Lösungen hervor und bemerkte, dass es keinen Sinn mache, in hochkomplexe Ausrüstungen für alle Sortierzentrales zu investieren, besonders nicht in solche mit geringeren Volumen.
Die Reform führt auch finanzielle Anreize ein, um umweltfreundliche Verpackungen zu fördern. Unternehmen werden mit Strafgebühren belegt, wenn sie schwer recyclebare Materialien verwenden. Zum Beispiel wird die Gebühr für Verpackungen aus Polyvinylchlorid (PVC) und Polymilchsäure (PLA), wie Bettwascheüberzüge und biologisch abbaubare Kunststoffe, im Rahmen eines sogenannten 'ökologisch modulierten' Preissystems verdoppelt. 'Wir wollen die Botschaft vermitteln, dass Verpackungsentscheidungen Konsequenzen haben', betonte Vermette. Die Initiative ermutigt Unternehmen, einmaterialige Verpackungen zu bevorzugen, Überverpackungen zu reduzieren und das Gewicht von Behältern zu minimieren.

