Raketenangriff auf Krim: Ukraine setzt 20 Marschflugkörper ein
Nach Informationen des russischen Verteidigungsministeriums kam es kürzlich zu einem Raketenangriff auf die seit 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim sowie die Stadt Sewastopol. Der ukrainische Militäreinsatz habe insgesamt 20 Marschflugkörper umfasst, von denen der Großteil – 17 Geschosse – bereits über dem Schwarzen Meer abgewehrt worden sei. Zusätzlich wurden drei Flugkörper über dem Territorium der Krim abgefangen. Diese Berichte lassen sich allerdings nicht von unabhängiger Seite bestätigen.
Die zurückgeschlagenen Raketen hätten, so teilt es das russische Ministerium mit, Trümmer auf ein nahegelegenes Militärgelände in der Umgebung des Dorfes Ljubimowka niederregnen lassen. Ein wichtiger Luftwaffenstützpunkt, dessen Bezeichnung in der offiziellen Mitteilung unerwähnt blieb, sei dadurch nicht beschädigt worden. Lediglich die Gegend habe durch herabfallende Trümmer geringfügige Schäden an Gebäuden erlitten, ohne dass Personen zu Schaden kamen.
Die o. g. Darstellung wird auch von Michail Raswoschajew, dem von Russland ernannten Stadtchef von Sewastopol, geteilt. Auf Telegram verbreitete er die Nachricht, dass in Ljubimowka Schrebergärten von herabfallenden Raketenteilen getroffen wurden. Die resultierten Beschädigungen an zwölf Gebäuden seien allerdings geringfügig.
Andere Quellen jedoch berichten von sichtbaren Rauchentwicklungen im Süden und Norden Sewastopols, unter anderem in unmittelbarer Nähe des Militärflugplatzes Belbek. Zudem soll es zu Explosionen auf dem russischen Militärflugplatz Saki nahe Jewpatorija gekommen sein. Daraufhin seien laut diesen Informationen zahlreiche russische Kampfflugzeuge gestartet, um am Boden keinen Schaden zu nehmen.
Die ukrainischen Medien haben die Berichte über den Angriff aufgegriffen, eine offizielle Bestätigung von ukrainischer Seite blieb allerdings aus. Seit knapp zwei Jahren verteidigt sich die Ukraine gegen eine russische Invasion. Die Krim spielt dabei eine strategische Rolle für Russland aufgrund der dort stationierten Truppen und dem logistischen Nachschubweg. Für die Ukraine, die mit verbessertem technischen Equipment auch aus westlichen Quellen aufwartet, ist die Rückeroberung der Halbinsel erklärtes Ziel. (eulerpool-AFX)

